HOME

Einsatz für Menschenrechte: Afrikanischer Frauenarzt wird von EU ausgezeichnet

Er hat Tausende Vergewaltigungsopfer behandelt, operiert bis zu zehn Frauen täglich: Der Arzt Denis Mukwege ist Experte für Verletzungen durch sexuelle Gewalt. Nun bekommt er den Sacharow-Preis.

Denis Mukwege hat in seiner Klinik mehrere tausend Frauen operiert, die Opfer von Vergewaltigungen wurden

Denis Mukwege hat in seiner Klinik mehrere tausend Frauen operiert, die Opfer von Vergewaltigungen wurden

Für seinen Kampf zum Schutz von Frauen zeichnet das Europaparlament den afrikanischen Frauenarzt Denis Mukwege mit dem Sacharow-Preis aus. Der 59 Jahre alte Spezialist für die Verletzungen von Vergewaltigungsopfern folgt auf pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai, die den Preis im vergangenen Jahr erhielt und kürzlich mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Zugleich wurde entschieden, die ukrainische Euromaidan-Bewegung zur Preisverleihung einzuladen.

Der 59-jährige Gynäkologe Mukwege operiert seit Jahren Frauen, die Opfer von Gruppenvergewaltigungen wurden und deren Geschlechtsorgane oft völlig zerstört wurden. Nach Angaben des Europaparlaments ist Mukwege ein weltweit anerkannter Spezialist für das Rekonstruieren von weiblichen Geschlechtsorganen und hat mehrere tausend Frauen operiert, die während des Bürgerkriegs vergewaltigt wurden.

Euromaidan ebenfalls nominiert

Demnach setzt sich Mukwege auch für die soziale und moralische Rehabilitation von Vergewaltigungsopfern im Kongo ein, wo die betroffenen Frauen oft von der Gesellschaft an den Pranger gestellt werden. Er ist Gründer des Panzi-Krankenhauses in der kongolesischen Stadt Bukavu, wo er auch arbeitet.

Das Parlament beschloss zugleich, Vertreter der proeuropäischen Euromaidan-Bewegung, die seit Monaten für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in der Ukraine kämpft, zur offiziellen Preisvergabe einzuladen. Diese ist am 26. November in Straßburg geplant. Die Euromaidan-Vertreter sollen bei dieser Gelegenheit offiziell gewürdigt werden. Die Bewegung war für den Preis nominiert, genauso wie Leila Junus, die sich in Aserbaidschan für die Rechte von Minderheiten und die Aussöhnung mit dem Erzfeind Armenien einsetzt.

Malala gewann letztes Jahr

Der nach dem verstorbenen russischen Dissidenten und Physiker Andrej Sacharow benannte und mit 50.000 Euro dotierte Preis wird seit dem Jahr 1988 an Persönlichkeiten oder Organisationen verliehen, die sich auf vorbildliche Weise für Menschenrechte und Demokratie einsetzen. Über die jährliche Vergabe des Sacharow-Preises entscheiden der Präsident des Parlaments und die Vorsitzenden der Fraktionen.

Im vergangenen Jahr wurde die bei einen Taliban-Anschlag lebensgefährlich verletzte pakistanische Kinderrechtsaktivistin Malala Yousafzai mit dem Preis ausgezeichnet. Sie erhielt dieses Jahr auch den Friedensnobelpreis. Weitere frühere Träger des Sacharow-Preises waren der ehemalige südafrikanische Präsident und Anti-Apartheid-Kämpfer Nelson Mandela, der Vater des Prager Frühlings, Alexander Dubcek, der chinesische Dissident Wei Jingsheng, die birmanische Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi und der kubanische Bürgerrechtler Guillermo Fariñas.

amt/AFP / AFP