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Stiftung Stern

Große stern-Aktion: 1 Jahr Patenaktion "Familien in Not"

Vor einem Jahr rief der stern auf, Familien in Deutschland zu unterstützen, die durch Arbeitslosigkeit, Krankheit, Tod eines Ernährers in Not geraten sind und u.a. finanzielle Hilfe brauchten.

Uli Hauser

Es sind anrührende Zeilen. "Sehr geehrte Patin", schreibt eine Mutter, "es fällt mir schwer, die richtigen Worte zu finden. Wie schreibt man einem Fremden?"

Solche und ähnliche Briefe haben in den vergangenen Wochen viele Paten erreicht, die "Familien in Not" unterstützen. Vor einem Jahr hatte der stern gemeinsam mit der Hamburger Initiative "wellcome" aufgerufen, Patenschaften für finanziell schwache Familien zu übernehmen. Denn immer mehr Familien kommen kaum über die Runden, das Verdiente reicht gerade zum Lebensunterhalt. Die Eltern müssen jeden Cent umdrehen, für die Bedürfnisse der Kinder fehlt das Geld.

Dass das nun für ein Jahr anders ist, beweisen die Schreiben der Eltern und Kinder. Sie haben Bilder gemalt, Fotos geschickt, Gedichte geschrieben. Ihren Paten erklärt, was mit ihrem Geld geschehen ist, dass sie sich Nachhilfe leisten konnten, den Beitrag im Sportverein, ein neues Bett.

Die Anteilnahme tut gut

Unser Appell hat die Erwartungen weit übertroffen: In zwölf Monaten haben sich über 1150 Menschen bereit erklärt, das bundesweit bisher einmaliges Modellprojekt zu unterstützen. "Wir sind überwältigt von so viel Anteilnahme", sagt Rose Volz-Schmidt, "wellcome"-Geschäftsführerin. "Es tut den Familien unheimlich gut, das Gefühl zu haben, nicht alles allein schaffen zu müssen."

Insgesamt kamen bisher fast 500.000 Euro zusammen, und viele Paten haben sich ihre diesjährige Spende hinaus bereit erklärt, auch im nächsten Jahr "ihrer" Familie beizustehen. "Es ist ja so wunderbar, dass diese Menschen anderen Menschen, von denen sie nichts wissen, so wohlwollend Unterstützung zukommen lassen", sagt die Berliner "wellcome"-Koordinatorin Ulrike Dettmann. Sie ist eine von 2000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Organisation "wellcome", die in inzwischen 160 Teams in Deutschland Hilfe anbieten.

Die Aktion wird weitergehen

Die Aktion "Familien in Not" wird auch im nächsten Jahr weitergehen. Wir erbitten von neuen Paten einen monatlichen Mindestbetrag von 40 Euro. Im vergangenen Jahr waren es noch 30 Euro; unsere Erfahrung aber hat gezeigt, dass zunehmend mehr Geld für die Beratung und Betreuung der Familien gebraucht wird.

Rose Volz-Schmidt: "Unsere Erfahrung aus diesem Jahr ist, dass eine Patenschaft zu einem idealen 'Türöffner' wird, intensiver über Probleme zu sprechen. Und dieser zeitliche Aufwand muss bezahlt werden". Über kurzfristige Hilfe bietet eine Patenschaft also die Chance, eine Familie langfristig zu stabilisieren.

Mehr Informationen über "wellcome" finden Sie unter www.wellcome-online.de

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