Überraschendes Ergebnis
Studie: Kaffee doch nicht schlecht für den Schlaf?

Wer regelmäßigen Kaffeekonsum gewohnt ist, hat womöglich weniger Schlafprobleme durch das Koffein, als andere.
Wer regelmäßigen Kaffeekonsum gewohnt ist, hat womöglich weniger Schlafprobleme durch das Koffein, als andere.
© iStock/venuestock
Eine schwedische Studie widerlegt die wach-machende Wirkung von Kaffee am Abend für eine ganz bestimmte Gruppe von Kaffeetrinkenden. Für sie wirkt sich Kaffee nicht auf die Schlafqualität aus.

Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken weltweit, gleich hinter Wasser. Auch hierzulande gehört für viele der Kaffee am Morgen dazu, um wach in den Tag zu starten. Ebenso wird der Wachmacher am Abend lieber gemieden, damit sich das enthaltene Koffein nicht auf den Schlaf auswirkt. Eine Studie aus Schweden kommt jetzt jedoch zu einem überraschendem Ergebnis. Demnach hat gewohnheitsmäßiger Kaffeekonsum bei regelmäßigen Kaffee-Trinkerinnen und -Trinkern keine oder nur minimale Auswirkungen auf die Schlafqualität. Dafür scheint ein bestimmter Effekt verantwortlich zu sein.

Für die Studie, die im Fachjournal "Plos One" veröffentlicht wurde, werteten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Gesundheitsdaten von 30.154 Menschen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren aus. Zusätzlich wurden Teilnehmende zu Ihrem Kaffeekonsum und Schlafverhalten befragt. Anhand der Antworten wurden die Teilnehmenden dann in vier Gruppen gemäß ihres Kaffeekonsums aufgeteilt.

Gewöhnungseffekt bremst wach-machende Wirkung

Die Studie zeigt, dass Kaffee bei regelmäßigen Trinkerinnen und Trinkern kaum einen Einfluss auf den Schlaf hat. Die schwedischen Forscherinnen und Forscher vermuten, dass dafür ein Gewöhnungseffekt verantwortlich ist. Die Wirkung von Koffein auf den Körper könnte sich also im Laufe der Zeit abschwächen. So passt es auch ins Bild, dass Teilnehmende mit einem eher geringen Kaffeekonsum eher über Schlafprobleme berichteten. Vieltrinker dagegen hatten im Schnitt weniger Schlafprobleme.

Die Forschenden gehen davon aus, dass sich der Gewöhnungseffekt bei Menschen mit hohem Kaffeekonsum durch ein normales Niveau an Adenosinrezeptoren im Gehirn einstellt. Wird die Ausschüttung von Adenosin im Gehirn durch Koffein blockiert, fühlen wir uns wacher. Das Adenosin-System von Menschen, die schon ihr ganzes Leben Kaffee gewöhnt sind, wurde schon über eine lange Zeit einer erhöhten Koffein-Dosis ausgesetzt, was möglicherweise dazu führe, dass sich ein Gewöhnungseffekt einstelle.

Die Studienautorinnen und -Autoren betonen jedoch, dass in der Studie nicht festgestellt wurde, welche sonstigen koffeinhaltigen Lebensmittel noch von den Teilnehmenden konsumiert wurden und es auch noch unklar ist, welche Rolle die Genetik für ein normales Niveau an Adenosinrezeptoren im Gehirn spielt, was Anlas für weitere Untersuchungen bieten würde. Zudem spricht die Studie Kaffee nicht generell eine wach-machende Wirkung am Abend ab, sondern nur für Menschen, die über einen langen Zeitraum regelmäßig den Konsum von Koffein gewohnt sind.

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