Ja, es gibt sie noch. Auch heute, da das Kino nur so wimmelt von überdimensionierten CGI-Ungeheuern: diese ganz besonderen Monster, die man als Zuschauer im Herzen trägt. Eines dieser Untiere ist zweifelsohne King Kong. Während die populäre Adaption von Peter Jackson (2005) inhaltlich dicht am Original "King Kong und die weiße Frau" (1933) blieb, erzählt der Abenteuerfilm "Kong: Skull Island" (2017), den VOX nun zur besten Sendezeit wiederholt, eine abgewandelte Geschichte.
Der US-Wissenschaftler Bill Randa (John Goodman) hat via Satellit eine bisher völlig unbekannte Insel ausgemacht. Mit einer Crew um Colonel Packard (Samuel L. Jackson), den britischen Veteran James Conrad (Tom Hiddleston) und Fotografin Mason Weaver (Brie Larson) startet Randa eine Expedition. Bald schon bricht ein ganzes Hubschraubergeschwader durch eine dicke Sturmfront und dringt in den Ort ein, "wo Mythos und Wissenschaft zusammenkommen". Keine fünf Minuten später hat Kong alle Helikopter vom Himmel geholt – zurück bleiben zwei Splittergruppen.
Technisch hui, dramaturgisch pfui
Die einen wollen verschwinden, die anderen wollen den großen, bösen Affen töten und stürzen sich zielstrebig ins Verderben. Wo "King Kong"-Filme sonst auch immer davon erzählen, wie der Mensch im Angesicht des Unbekannten seine hässlichste Seite zeigt, konzentriert sich "Kong: Skull Island" vorwiegend auf dessen dumme Seite. Identifikationsfaktor gleich null, die Figuren bleiben allesamt blasse Stereotypen. Das ist angesichts dieses phänomenalen Casts schade, aber für einen Monster-Film in Ordnung.
Kong: Skull Island – Do. 29.01. – VOX: 20.15 Uhr