"Friesland – Schiffe schrotten"
Temporeicher Jubiläumsfall mit "Tatort"-Star Ulrike Folkerts

  • von Susanne Bald
Im Jubiläumsfall tritt Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler, links) noch dynamischer und fordernder auf als sonst. Nur so kann er Henk Cassens (Maxim Mehmet) zur professionellen Polizeiarbeit antreiben. Scheint er zumindest zu denken.
Im Jubiläumsfall tritt Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler, links) noch dynamischer und fordernder auf als sonst. Nur so kann er Henk Cassens (Maxim Mehmet) zur professionellen Polizeiarbeit antreiben. Scheint er zumindest zu denken.
© ZDF/Michael Kötschau
Im 25. Fall der ZDF-Schmunzelkrimireihe geht es mit Tempo zur Sache. Dafür sorgt schon der ungewohnt dynamische Chef Brockhorst. Der Kapitän eines Frachters wurde ermordet, sein Schiff war zuvor auf Grund gelaufen – womöglich mit Absicht.

"Friesland – Schiffe schrotten": So heißt der 25. Fall der launigen ZDF-Krimireihe, der am Mittwochabend zur besten Sendezeit zu sehen ist. In der Mediathek ist er bereits seit Silvester abrufbar und wurde alleine in der ersten Woche 300.000-mal gestreamt. Linear erreicht die 2014 gestartete Reihe regelmäßig zwischen sechs und acht Millionen Menschen. Hauptdarsteller Maxim Mehmet vermutet im ZDF-Interview, dass neben dem "tollen Team" besonders der Handlungsort "in einer sehr beliebten deutschen Urlaubsregion" und die "gewisse Leichtigkeit" der Reihe zu dieser Popularität beitragen. Am Drehort Leer gibt es seit 2019 sogar spezielle "Friesland"-Führungen, an denen allein 2025 über 3.000 Fans teilnahmen.

Der Mord im Jubiläumsfall trifft eine Person besonders: Apothekerin Melanie Harms (Tina Pfurr). Der getötete Kapitän Scott Farman war ihr Cousin. Sein Frachtschiff war auf Grund gelaufen, Farman zunächst verschwunden, ehe man seine Leiche weit entfernt von dem Schiff fand.

Brockhorst in Höchstform

In Verdacht gerät ausgerechnet Polizist Henk Cassens' (Maxim Mehmet) Kumpel Troje (Volker Wackermann). Er kannte Farman von früher und war offenbar nicht gut auf ihn zu sprechen, wie ihre Kneipenschlägerei am Abend zuvor zeigt. Auch der gut betankte Henk war daran beteiligt, kann sich aber nicht mehr richtig erinnern. Kommissar Brockhorst (Felix Vörtler) verzweifelt geradezu theatralisch an seinem Polizisten, fast wie ein frustrierter Vater an seinem renitenten Teenagersohn.

Überhaupt ist Brockhorst diesmal in komödiantischer Höchstform, teilt mal links aus, mal rechts, immer ohne das nötige Feingefühl, dafür mit umso mehr Nachdruck, was nicht nur für die nötigen Schmunzler im Schmunzelkrimi sorgt, sondern auch für ein ungewohnt hohes Tempo im sonst eher gemütlichen "Friesland"-Krimi.

Henk und seine Kollegin Süher (Sophie Dal) fördern dann auch Interessantes zutage: Die Ortungssysteme des Frachters waren deaktiviert, so, als sei es Absicht gewesen, dass er aufläuft. Außerdem hatte der Frachter nichts geladen und ist völlig marode. Was wird hier gespielt?

"Tatort"-Ermittlerin wechselt die Seiten

Höchst verdächtig machen sich die Reederei-Chefin Amke Wilhelmson (Ulrike Folkerts) und der Besitzer des Frachters, Knut Levening (Sebastian Hülk, "Der Masuren-Krimi"). Die beiden Schauspieler, die man sonst vor allem als Ermittelnde kennt, hier auf der anderen Seite zu sehen, das ist, speziell im Fall der dienstältesten "Tatort"-Ermittlerin Folkerts alias Lena Odenthal, ein ganz besonderer Coup des ZDF.

Rechtzeitig zum Jubiläum ist auch Süher Özlügül endlich zurück in Leer. In den letzten Filmen war sie nur sporadisch telefonisch oder per Videocall zugeschaltet, da ihre Darstellerin Sophie Dal sich zum Zeitpunkt der Dreharbeiten in Elternzeit befand. Die scheint nun vorbei zu sein. Besonders glücklich verläuft Sühers Rückkehr allerdings nicht, und daran ist Kollege Henk nicht ganz unschuldig ...

Drei weitere "Friesland"-Filme sind bereits im Kasten, wann sie zu sehen sind, ist noch nicht bekannt.

"Friesland – Schiffe schrotten" – Mi. 11.03. – ZDF: 20.15 Uhr

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