"In Wahrheit – Verschwiegen"
Wenn der Zahnarztbesuch tödlich endet

  • von Susanne Bald
Monika Gothe (Franziska Hartmann) wirkt nach dem schweren Sturz ihres Mannes nicht nur erschüttert, sondern auch verängstigt. Sie stützt sich auf Alain (Pierre Kiwitt). Er ist nicht nur mit den Gothes befreundet, sondern auch mit Kommissarin Judith Mohn liiert. Das sorgt für Probleme.
Monika Gothe (Franziska Hartmann) wirkt nach dem schweren Sturz ihres Mannes nicht nur erschüttert, sondern auch verängstigt. Sie stützt sich auf Alain (Pierre Kiwitt). Er ist nicht nur mit den Gothes befreundet, sondern auch mit Kommissarin Judith Mohn liiert. Das sorgt für Probleme.
© ZDF/Manju Sawhney
Nach einem Sturz vom Fahrrad liegt der Anwalt Benjamin Gothe im Koma. Jemand hat die Bremsen manipuliert. Warum wollte jemand ihn aus dem Weg räumen? Das müssen Judith Mohn und Freddy Breyer herausfinden. Hat der Fall mit einem zahnärztlichen Behandlungsfehler zu tun oder doch mit privaten Geheimnissen?

Benjamin Gothe wird nach einem Sturz vom Fahrrad mit einem Schädel-Hirntrauma ins Koma versetzt. Sollte er sterben, hätten Judith Mohn (Christina Hecke) und Freddy Breyer (Robin Sondermann) von der Kripo Saarlouis es im elften Film der Reihe "In Wahrheit – Verschwiegen" mit Mord zu tun, denn bei dem Sturz wurde nachgeholfen. Der Krimi ist am Freitagabend bei ARTE sowie vorab in der Mediathek zu sehen.

Gothe ist Anwalt, hatte der Anschlag mit seinem Job zu tun? Hier könnte Mohns Freund Alain (Pierre Kiwitt) helfen. Er ist mit Gothe befreundet, war früher dessen Anwalt. Genau das entpuppt sich als Problem, denn ohne Gothes Erlaubnis darf Alain aufgrund der Verschwiegenheitspflicht nichts sagen. Für Judith wird das im Laufe der Ermittlungen dennoch zum Problem und sorgt für ungewohnte Spannungen in der sonst so harmonischen Beziehung. Doch die Ermittler setzen die Puzzleteile natürlich auch so nach und nach zusammen.

Ein privates Motiv?

Gothe sollte in wenigen Tagen seinen Nachbarn Robert Sibelius (Christoph Bach) vor Gericht vertreten. Der Anästhesist in der Zahnarztpraxis seiner Frau (Picco von Groote) wird von Daniel Bergmann (Moritz Führmann) verklagt. Dessen Tochter war nach der Behandlung an einer Blutvergiftung gestorben. Sibelius und Gothe schieben wiederum Bergmann die Schuld zu. Da sowohl Bergmann als auch Sibelius sicher sind, den Prozess zu gewinnen, haben allerdings beide keinen Grund, ihn wegen Gothe aufzuschieben. Ist das Motiv stattdessen im Privaten zu finden?

Zwar zeigt sich Gothes Frau Monika (stark: Franziska Hartmann) tief erschüttert. Doch sie scheint etwas zu verheimlichen, der Verdacht einer außerehelichen Affäre steht im Raum. Und was sucht Jakob (Manuel Santos), der Sohn der Gothes, im Büro seines Vaters? Einmal mehr verbindet "In Wahrheit" (Regie: Kirsten Laser, Buch: Dinah Marte Golch und Isabell Serauky) einen Kriminalfall mit familiären Dramen und Geheimnissen, die hier äußerst sensibel und mit viel Menschlichkeit behandelt werden.

Todesfälle durch Blutvergiftung

Daneben macht der Film auf ein wichtiges Thema aufmerksam: die unterschätzte Gefahr einer Blutvergiftung. Eine kleine Wunde kann schon reichen, damit Bakterien in die Blutlaufbahn geraten. Etwa eine halbe Million Menschen sind hierzulande jährlich betroffen, die Sepsis Stiftung geht von um die 140.000 Todesfällen im Jahr aus.

"In Wahrheit" bezieht sich in der Regel auf reale Fälle, der elfte Film womöglich auf diesen: Nach einer zahnärztlichen Behandlung bekamen 2021 vier Kinder in Hessen eine Sepsis, eine Vierjährige starb. Der Anästhesist hatte ein verunreinigtes Narkosemittel verwendet und wurde 2024 vom Landgericht Frankfurt wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.

Anfang 2026 hob der Bundesgerichtshof das Urteil auf. Er sieht die Möglichkeit, dass der Angeklagte aus niedrigen Beweggründen, zur Vertuschung von Hygienemängeln, keine Rettungsmaßnahmen eingeleitet hat. Sollte ihm das nachgewiesen werden, wäre es Mord ...

"In Wahrheit – Verschwiegen" – Fr. 17.04. – ARTE: 20.15 Uhr

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