Die Frau in Blau Wenn ein tragischer Unfall verbindet: Jonas Nay und Joachim Król als ungleiche Buddys

  • von Maximilian Haase
Das ungleiche Duo Alfred (Joachim Król) und Denis (Jonas Nay) findet in "Die Frau in Blau" über einen tragischen Unfall zusammen.
Das ungleiche Duo Alfred (Joachim Król) und Denis (Jonas Nay) findet in "Die Frau in Blau" über einen tragischen Unfall zusammen.
©  SWR/Relevant Film/Andrea Kueppers
Jonas Nay und Joachim Król brillieren als ungleiches Duo: Über einen tragischen Unfall finden in der ARD-Dramedy "Die Frau in Blau" zwei Männer auf ungewöhnliche Weise zueinander.

Wenn ein dramatischer Moment zwei Menschen zusammenbringt, dann spricht so mancher von Schicksal. Kein Wunder also, dass derlei Geschichten wunderbar als Filmstoff taugen, von französischen Wohlfühlkomödien bis US-Dramedyserien. Oder eben für eine prominent besetzte deutsche Tragikomödie wie "Die Frau in Blau", die nun im Ersten zur Primetime ihre Premiere feiert. Jonas Nay und Joachim Król spielen zwei ungleiche Männer, deren Leben sich durch einen tragischen Unfall untrennbar miteinander verflechten. Mit viel absurdem Humor geht es im Film von Regisseur Rainer Kaufmann um Trauer, Freundschaft, Kunst und die wichtigen Fragen unseres Daseins.

Nay verkörpert Denis, jenen jungen Mann, der den tödlichen Autounfall verursacht hat. Weil er von seinem Love Interest Luana (Nairi Hadodo) abgelenkt war, überfuhr er ein älteres Ehepaar. Während Alfred, gespielt von Król, schwer verletzt überlebte, kam seine Frau ums Leben. Einige Zeit später muss Denis, der eigentlich als Fotograf arbeitet, aber seinen Job hinwarf, nun den Folgen des Unfalls ins Auge sehen: Auf Druck seiner Psychologin und um seinen Führerschein wiederzuerlangen, willigt er in ein lange vermiedenes Treffen mit Alfred ein. Und das birgt einige Überraschungen: Der Mann, den er überfahren hat, kann sich nämlich weder an den Unfall noch an seine geliebte Frau erinnern.

Hervorragendes Duo

Weil er schwere Hirnverletzungen erlitten hat, lebt Alfred nun als Kunstmaler in einem Atelier für geistig eingeschränkte Künstler. Einzig in einem seiner Bilder, der titelgebenden "Frau in Blau", scheint eine Erinnerung an seine große Liebe und das tragische Unglück aufzublitzen. Als just jenes Werk verkauft werden soll, setzt sich Alfred mit allen Mitteln zur Wehr – und wenn er nachts vor der Galerie Wache schieben muss. Und der von Gewissensbissen geplagte Denis? Der gerät trotz anfänglicher Distanz mehr und mehr ins Leben des Alten, und hilft ihm dabei, sein liebstes Gemälde zu schützen.

Genretypisch birgt diese außergewöhnliche Situation zahlreiche groteske Momente, die der Film genüsslich und unterhaltsam ausspielt. Dass das Ganze funktioniert, liegt in erster Linie an den treffsicheren Dialogen (Buch: Ruth Toma) und einem Hauptdarstellerduo, das sich hervorragend ergänzt, begleitet von einem auch sonst bemerkenswerten Cast.

Der unter anderem mit Grimme- und Fernsehpreisen prämierte Regisseur Rainer Kaufmann ("In aller Stille", "Operation Zucker") setzt die beiden prominenten Darsteller vor chaotischer Kulisse gekonnt in Szene: Wenn "Deutschland 83"-Star Nay als schuldbeladener Naivling auf Króls ("791 km") schweigsam-slapstickhaften Künstler mit Knacks trifft, entsteht daraus ein origineller Buddy-Movie. Dass die Versöhnungs-Wohlfühlstory dann nicht völlig neues Terrain betritt – geschenkt.

Und dann wäre da natürlich die Botschaft der Tragikomödie, die glücklicherweise nicht allzu aufdringlich daherkommt: Aus dem Schrecklichen kann mit ein wenig Humor und viel freundschaftlicher Empathie immer auch etwas Neues und Unerwartetes erwachsen.

Die Frau in Blau – Mi. 21.01. – ARD: 20.15 Uhr

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