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Abzocke: Der Trick mit der teuren Sanierung

Dubiose Geschäftemacher entdecken zunehmend Hausbesitzer als gutgläubige Opfer. Neuerdings sollen angeblich undichte Abwasserleitungen überprüft - und dann teuer saniert - werden.

Immer wieder suchen unseriöse Geschäftemacher Hausbesitzer auf, um sie zu einer Dichtigkeitsprüfung der Abwasserrohre und einer anschließenden teuren Sanierung zu überreden. Dabei wird häufig die Unwissenheit der Eigentümer ausgenutzt, wie das Infocenter der R+V Versicherung berichtet. Zwar sei eine solche Prüfung inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Doch Eile sei in den meisten Fällen nicht geboten. Das wollten aber solche Unternehmen den Bewohnern einreden. Häufig würden hohe Geldbußen als Argument angeführt.

Meist bis 2015 Zeit

Eine Leitungsüberprüfung per Videokamera werde dann besonders günstig angeboten. In Wirklichkeit bekommen die Bewohner bei der anschließenden Auswertung den Angaben zufolge eine völlig andere marode Leitung zu sehen. Und in vielen Fällen kommt es anschließend zu einer unnötigen und zugleich kostspieligen Sanierung. Das Infocenter rät Verbrauchern deshalb, sich ausführlich zu informieren, beispielsweise beim Tiefbauamt oder bei den Kommunen. Dort ist auch zu erfahren, bis wann die Prüfung vorliegen muss: "Die meisten privaten Hausbesitzer haben bis zum Jahr 2015 Zeit."

Ausnahmen gebe es etwa für Häuser, die in einem Wasserschutzgebiet stehen. Die Kommunen haben in aller Regel auch einen Überblick über die Preise. Zumeist hätten die Leitungen nur kleine undichte Stellen, die schnell und ohne aufgebuddelten Garten zu beheben seien. Um Kosten zu sparen, kann man sich mit dem Nachbarn zusammentun. Und wenn die Kommune ohnehin Baumaßnahmen in der Straße plane, sei schließlich eine Kostenteilung möglich.

AP / AP
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