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Aktienkurs: Wenn Firmen eigene Aktien kaufen ...

Wenn Firmen eigene Aktien an der Börse zurückkaufen, steigert das den Kurs - erstmal. Doch ob der Kauf wirklich Sinn macht oder ob er nur kurzfristige Kurspolitur ist, hängt von einigen Feinheiten ab.

Seit 1998 dürfen Firmen eigene Aktien an der Börse zurückkaufen. Sie erhielten damit vom Gesetzgeber ein flexibles Instrument, um schnell und unkompliziert einen bestmöglichen Mix zwischen Eigenkapital und Fremdkapital herzustellen. Viele Unternehmen haben sich von ihren Anteilseignern die Genehmigung für solche Rückkäufe erteilen lassen und machen davon auch Gebrauch. Für private Anleger stellt sich dabei die Frage, wie ein solcher Aktienrückkauf zu werten ist und wie er sich auf den Börsenkurs seiner Aktie auswirkt.

Generell wirkt ein solcher Aktienrückkauf positiv auf den Kurs der Aktie, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) unter Hinweis auf langjährige angelsächsische Erfahrungen erläutert. Aber dabei seien einige Feinheiten zu beachten. Wenn die Aktien nämlich eingezogen würden, vermindere sich das Eigenkapital und damit die Eigenkapitalquote. Damit steige dann automatisch sofort auch die Fremdkapitalquote des Unternehmens, was laut DAI eventuell die Anleihegläubiger stört und die Fremdfinanzierung des Unternehmens verteuert.

Einige Punkte zu bedenken

"Es kommt also darauf an, ob die Transaktion für das betreffende Unternehmen Sinn macht", schränken die Experten ein. Folgende Punkte gelte es zu bedenken: Ist die Eigenkapitalquote auch nach dem Rückkauf noch ausreichend, die Fremdkapitalquote also nicht zu hoch? Ist ferner auch die Liquiditätslage des Unternehmens so beschaffen, dass die Rückkäufe ohne Probleme finanziert werden können?

"Wenn all diese Dinge stimmen, der Aktienrückkauf also betriebswirtschaftlich Sinn macht und nicht nur vordergründiger Kurspflege dienen soll, dann macht der Rückkauf Sinn und ein kurssteigender Effekt dürfte auch zu erwarten sein", betonen die Aktienexperten des Instituts.

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