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FINANZDIENSTLEISTER: Insiderhandel-Verfahren gegen MLP

Der Mannheimer Finanzdienstleister MLP kommt nicht aus den Schlagzeilen. Angeblich soll die Staatsanwaltschaft nun auch ein Verfahren wegen Insiderhandels eröffnet haben.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat nach Informationen des Magazins »Focus« Verantwortliche des Heidelberger Finanzdienstleister MLP ins Visier genommen. Dabei ermittelten die Behörden wegen Verdachts des Insiderhandels, berichtet das Nachrichtenmagazin vorab aus seiner neuen Ausgabe . Bei den Verdächtigen handele es sich um drei Führungskräfte und vier Familienangehörige. Weder bei der Staatsanwaltschaft Mannheim noch bei MLP war am Donnerstagmittag jemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

»Auffällige Handelsabläufe«

Unterdessen habe die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht bestätigt, es sei im Zusammenhang mit der Gleichstellung von MLP-Stamm- und Vorzugsaktien am 10. September 2001 zu »auffälligen Handelsabläufen« gekommen, schreibt das Magazin. Die Ergebnisse der förmlichen Insider-Untersuchung seien dann der Staatsanwaltschaft Mannheim zur Verfügung gestellt worden.

Zudem ermittele die Justiz wegen möglicher Bilanzfälschung gegen den Vorstand. »Wir haben den Verdacht der unrichtigen Darstellung von Geschäftszahlen in den Büchern von MLP«, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski dem Magazin. Ende Juli hatte die Staatsanwaltschaft die Heidelberger MLP-Zentrale durchsucht.

MLP bestreitet Vorwürfe

Wie es in dem Artikel weiter heißt, haben die Fahnder dabei auch den streng vertraulichen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfer Rölfs beschlagnahmt. Nun prüfe die Justiz, ob eine veränderte Unternehmensfinanzierung, durch die 2001 ein Ertrags- und Liquiditätseffekt von rund 57,6 Millionen Euro entstanden sei, im offiziellen Geschäftsbericht hätte berücksichtigt werden müssen. MLP muss sich seit Monaten gegen Angriffe des Anlegermagazins »Börse Online« und von Kleinaktionären wehren, die dem Finanzdienstleister vorwerfen, seine Bilanzen geschönt zu haben. Das hat das Unternehmen wiederholt vehement bestritten.

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