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Fremdabheben an Geldautomaten: Sparkassen halten Gebühren hoch

Seit zwei Wochen müssen Banken anzeigen, wie viel Gebühren sie fürs Geldabheben am Automaten kassieren. Bei privaten Instituten ist das Fremdabheben seitdem deutlich billiger geworden - Sparkassen hingegen verlangen immer noch teilweise extrem hohe Gebühren.

Die Gebühren für das Abheben an fremden Geldautomaten sind seit der Neuregelung vor rund zwei Wochen gesunken. Bankkunden zahlen im Schnitt 3,93 Euro, wenn sie am Automaten eines fremden Kreditinstituts Geld abheben, wie aus einer Erhebung des Finanzportals Biallo vom Montag unter 262 deutschen Banken und Sparkassen hervorgeht. Damit zahlten die Verbraucher durchschnittlich rund 1,70 Euro weniger als zuvor.

Die Neuregelung sieht vor, dass Kunden fremder Banken mittlerweile sofort am Geldautomaten angezeigt bekommen, wie hoch die Gebühren sind. Früher konnten sie dies nur im Nachhinein auf ihrem Kontoauszug feststellen. Die höchsten Gebühren fallen laut Biallo bei Sparkassen an, die im Schnitt 4,47 Euro von Kunden anderer Banken verlangen. Die Sparkasse Anhalt-Bitterfeld kassiert demnach sogar zehn Euro zusätzlich zum ausgezahlten Geld, zwei weitere Sparkassen verlangen 7,50 Euro von Fremdkunden. Private Banken verlangen in der Regel 1,95 Euro.

Tatsächliche Kosten deutlich unter einem Euro

"Hochpreisige Sparkassen müssen sich fragen lassen, ob weit überhöhte Fremd-Abhebegebühren wirklich eine geeignete Imagewerbung für den öffentlich-rechtlichen Bankensektor sind", erklärte Biallo-Branchenbeobachter Marcus Preus. Die tatsächlichen Kosten für einen Abhebevorgang bei einer fremden Bank lägen "deutlich unter einem Euro". Die Sparkassen begründen ihre höheren Gebühren mit der großen Dichte ihres Automatennetzes.

Die Verbraucherzentrale Sachsen bemängelte kürzlich, dass die Automaten einiger Institute die Höhe der Gebühr erst sehr spät auf dem Bildschirm anzeigten. Oft erfahre der Kunde erst, wie viel er zahlen müsse, wenn er bereits seine Karte eingeschoben, die Pin-Nummer eingetippt und den gewünschten Geldbetrag angegeben habe. Verbraucher seien dann eher geneigt, eine hohe Gebühr zu zahlen, als den Vorgang abzubrechen und nach einem anderen Automaten Ausschau zu halten, vermuten die Verbraucherschützer.

AFP / AFP
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