HOME

Freudiges Ereignis: Mit dem Finanzamt Geburtskosten senken

Die Geburt eines Kindes ist etwas Außergewöhnliches - trotzdem sollten Eltern nicht den Blick dafür verlieren, dass der Nachwuchs auch steuerliche Auswirkungen haben kann. Doch man kann das Finanzamt auch an den Kosten beteiligen.

Rund ums Baby: Auch ärztlich verordnete Stärkungsmittel wie Harntee sind steuerlich absetzbar

Rund ums Baby: Auch ärztlich verordnete Stärkungsmittel wie Harntee sind steuerlich absetzbar

Wenn sich Nachwuchs ankündigt, dann kann das Finanzamt durchaus an den Kosten der Geburt beteiligt werden: So sind die Kosten absetzbar, die direkt durch die Entbindung entstehen - natürlich nach Abzug dessen, was die Krankenkasse zahlt. Das Informationsportal steuerrat24.de weist darauf hin, dass Entbindungskosten steuerlich wie Krankheitskosten behandelt werden. Sie sind damit erst nach Abzug einer zumutbaren Belastung absetzbar, die sich am Einkommen bemisst.

Absetzbar sind dann Aufwendungen für Arznei- und Heilmittel, wenn der Arzt sie verordnet hat. Auch ärztlich verordnete Stärkungsmittel wie Kräutertinkturen, Bronchialtee, Harntee oder Schwedenkräutertee sind steuerlich absetzbar. Absetzbar sind ebenfalls die Kosten der An- und Abreise bei einem Krankenhausaufenthalt. steuerrat24.de weist darauf hin, dass daneben trotzdem viele Kosten nicht absetzbar sind. So müssen Eltern die Erstausstattung des Neugeborenen genauso selbst bezahlen wie die Kosten für Kinderbett, Kinderwagen, notwendiges Bettzeug und ähnliche Anschaffungen. Auch Umstandskleidung und Kosten für den kindbedingten Umzug in eine größere Wohnung sind nicht absetzbar.

Erstausstattung selber zahlen

Während die Besuchsfahrten zu einer Mutter ins Krankenhaus in der Regel steuerlich nicht anerkannt werden, gibt es nach Auskunft von steuerrat24.de eine Ausnahmeregelung, wenn das neugeborene Baby nach der Geburt im Krankenhaus bleiben muss. Dann sind nämlich im ersten Lebensjahr sämtliche Besuchsfahrten - sogar tägliche - als außergewöhnliche Belastung absetzbar. In diesem Fall benötigen Eltern auch keine Bescheinigung des Arztes über die medizinische Notwendigkeit der Besuche. Auch die Kosten für die Übernachtung im Krankenhaus bei dem Neugeborenen können Eltern in diesem Zusammenhang absetzen.

Wenn die Mutter zum Beispiel bei einem Krankenhausaufenthalt im Zusammenhang mit der Geburt eine Haushaltshilfe benötigt, sind die Kosten dafür ebenfalls absetzbar. Und zwar mit 52 Euro pro Monat, in dem eine Haushaltshilfe notwendig war. Erforderlich ist jedoch nicht nur, dass die Mutter im Krankenhaus liegt, sondern dass die anfallenden Arbeiten keinem anderen Haushaltsmitglied zugemutet werden können. Und das alles muss auch noch durch eine Bescheinigung eines Arztes nachgewiesen werden. Dann prüft das Finanzamt, ob die Absetzbarkeit nach den Gesamtumständen erforderlich ist.

Mini-Jobber als Haushaltshilfe

Neben dieser Sonderregelung, in deren Genuss im Alltag wohl nur wenige Mütter und Eltern kommen dürften, gibt es natürlich die Möglichkeit, eine Haushaltshilfe nach den allgemeinen Regeln zu beschäftigen. Wer beispielsweise in den ersten Monaten nach der Geburt einen Mini-Jobber einstellt, der im Haushalt hilft, kann bis zu 5100 Euro mit 10 Prozent steuerlich geltend machen. Wer sogar eine sozialversicherungspflichtige Hilfe anstellt, kann bis zu 20.000 Euro Lohn mit 12 Prozent absetzen - insgesamt also 2400 Euro im Jahr.

Oliver Mest/DDP / DDP
Themen in diesem Artikel