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Irrtum in den USA: Bank pfändet falsches Haus

Katie Barnetts Haus wurde von der Bank besenrein leergepfändet. Ein Irrtum, ihr Nachbar hatte Schulden. Nur: Ersatz wollte die Bank nicht leisten, bis zum wütenden Auftritt von Barnett im TV.

Von Gernot Kramper

Katie Barnett war 14 Tage nicht daheim. Als sie wiederkehrte, ließ sich die Tür nicht mehr öffnen. Barnett glaubte an ein klemmendes Schloss und kroch durch ein Fenster in ihr Haus. Drinnen erwartete sie ein Schock. Das Haus war komplett leergeräumt. Alle Möbel, alle persönlichen Dinge und selbst Teile der Hausinstallation fehlten. Und noch merkwürdiger: Nach dem Einbruch wurde offenbar aufgeräumt, das Haus war zwar leer, aber besenrein.

Barnett stellte sofort Anzeige wegen des mysteriösen Einbruchs. Doch nach wenigen Tagen wurden die Ermittlungen eingestellt. Die Polizei teilte ihr lapidar mit, sie sei kein Opfer eines Verbrechens geworden, denn die First National Bank habe ihre Besitztümer eingezogen.

Komisch, Barnett hatte keine Schulden und nicht einmal ein Konto bei der Bank. Die Ursache war eine Verwechslung: Die First National Bank schickte einen Repo-Man - eine Art privater Gerichtsvollzieher - in die Straße und der machte es sich sehr einfach. Angeblich hat ihn sein Navigationssystem zu Barrets Haus geführt. Die Hausnummer kontrollierte er nicht weiter. Eigentlich sollte er zu einem Nachbarn, aber nun schaffte er bei Barnett alles fort, was sich bewegen ließ und hinterließ das Haus so, dass man es hätte versteigern können. Ihre persönlichen Dinge fuhr er offenbar auf die Müllhalde.

Katie Barnett Barnett nahm die Sache zunächst gefasst: "So etwas ist ärgerlich, aber kein Weltuntergang." Erst als sie bemerkte, dass die Bank überhaupt nicht daran dachte, den Schaden zu ersetzen, wurde sie "wirklich sauer".

Anstatt sich zu entschuldigen, sollen sich Mitarbeiter der Bank über sie lustig gemacht haben und ihr unterstellt haben, sich auf Kosten der Bank bereichert zu haben.

Erst als der TV-Sender 10tv.com ein Interview ausstrahlte und andere US-Medien über den Fall berichteten, schwante den Verantwortlichen der Bank, in was für ein PR-Desater sie geraten waren. Vor der Presse wollte sich niemand äußern, aber es wurde versprochen, denn Fall Barnett jetzt schnell zu lösen.

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