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KATALOG-SHOPPING: Immer mehr Westdeutsche lieben 'Ostalgisches'

Der Spezialanbieter Ossiversand bedient erfolgreich den Ostgeschmack der 'Wessis': mit dem Internet als Hauptvertriebsweg peilt er eine Verdreifachung des Umsatzes an.

Immer mehr Westdeutsche kommen auf den Ostgeschmack: »Rund 30 Prozent unserer Kunden sind inzwischen Leute, die im Westen geboren sind und ihre Liebe zu Ostprodukten entdeckt haben«, erläutert Gerhard Franz vom Spezialanbieter Ossiversand in Leipzig. Bei steigenden Kundenzahlen könnte das Unternehmen in diesem Jahr seinen Umsatz unter Umständen auf 1,5 Millionen Euro im Vergleich zum vergangenen Jahr verdreifachen.

Wachsen gegen den Trend

Ausgerechnet in konjunkturell schwachen Zeiten ermöglicht das neue Interesse dem Versandhändler von Ostprodukten erstaunliche Zuwächse. Lag die Zahl der Kunden Ende 2000 noch bei 800, so wurden in diesem Jahr bereits 24.000 Käufer registriert. Und für das kommende Jahr erwartet Franz ein weiteres deutliches Wachstum. Innerhalb von 18 Monaten hat sich das Unternehmen zum Marktführer beim Versandhandel mit Ost-Spezialitäten entwickelt.

Gegen den Einheitsgeschmack

Längst sind es nicht mehr allein die ehemaligen DDR-Bürger, die dem Ossiversand die Treue halten. Insbesondere aus Bayern und Baden-Württemberg kommen Bestellungen im Firmensitz Landsberg bei Halle an, die von gebürtigen »Wessis« aufgegeben wurden. Sie heben nach Franz' Angaben hervor, dass die Produkte ostdeutscher Hersteller für sie »abseits des Einheitsgeschmacks« liegen und bei »Ostprodukten die Qualität häufig unterschätzt« wird. Damit zeichnet sich ein Trend für den Osten ab, der die typischen regionalen Merkmale der Ostprodukte auch zum Qualitätsstandard erhebt, meinte Franz.

Hauptvertriebsweg Internet

Informationen über die etwa 1.000 Artikel, die zum Versand angeboten werden, holt sich ein Großteil der Kunden über das Internet. Daneben werden in gedruckter Form 600 Produkte aus dem Stammsortiment im neuen Hauptkatalog aufgelistet. Auch bei der Bestellung nutzen die meisten Käufer das Internet: Rund 70 Prozent der Aufträge gingen über das Netz bei seinem Unternehmen ein, erläuterte Franz.

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