Metalle Gold - Verblassender Glanz


Die Hoffnung auf einen kurzen Krieg belastet den Goldpreis. Für dessen weitere Entwicklung sind neben der Dauer auch der Dollar-Kurs sowie die Aktienmärkte entscheidend.

Bei den Erklärungen für das Auf und Ab an den internationalen Märkten werden dieser Tage immer wieder Parallelen zum Golfkrieg 1991 gezogen. Da wird auf die Turbulenzen vor und nach dem Kriegsausbruch verwiesen. Ob bei den Ölpreisen, dem Dollarkurs, den Aktienmärkten oder - in Krisenzeiten immer wieder besonders im Fokus - bei der «Fluchtwährung» Gold.

Gold imemr noch "Fluchtwährung"

Zunächst war es wie so oft in unruhigen Zeiten: Auch diesmal «flüchteten» Anleger im Zuge der seit Monaten andauernden Irak-Krise in Gold. Aber schon unmittelbar vor Kriegsausbruch und damit früher als in vergleichbaren Situationen stand das Edelmetall wieder auf der Verkaufsliste. Ob es dabei bleibt, weiß derzeit niemand.

Besonders Ältere schätzen Gold

Vor allem ältere Menschen schätzen Gold als sichere Anlage in unsicheren Zeiten. Nach dem 2. Weltkrieg und zu Zeiten hoher Inflation war das unverwüstliche Edelmetall immer wieder ins Interesse gerückt. Gold kann in Krisen schließlich schnell und überall zu Geld gemacht werden. Ende der 70er Jahre kostete die Feinunze Gold noch 800 US-Dollar - ein nie wieder erreichter Wert. Wer damals mit Goldbarren oder -münzen vorsorgen wollte, hat sich mächtig verrechnet. Der Goldpreis fiel und erreichte im Spätsommer 1999 mit wenig mehr als 250 Dollar den Tiefpunkt. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war Gold die «schlechteste Vermögensanlage».

Trendwende kam erst 2002

Etliche Anlageberater hielten kaum noch etwas vom viel zitierten sicheren Hafen und verwiesen auf die starken Preisschwankungen sowie die seit langem niedrige Inflationsrate. Zinsen fallen ohnehin nicht an. Von der Faszination Gold war nicht mehr viel zu spüren. Die Wende kam im Laufe des Jahres 2002, auch als Folge der Terroranschläge und der seit mehr als drei Jahren anhaltenden Börsenschwäche.

Irak-Krise sorgte für Auftrieb

Die Irak-Krise sorgte dann für deutlich mehr «Phantasie», wie Händler sagen. Mit jedem Bericht der UN-Inspektoren, Meldungen über Verstöße des Iraks und jeder Erklärung der US-Regierung stieg die Nervosität an den Märkten und damit kräftig der Preis für die «Fluchtwährung» Gold. Anfang Februar kletterte der Goldpreis zeitweise sogar auf 389 Dollar - der höchste Stand seit sechseinhalb Jahren. Einige Experten liebäugelten sogar schon mit 400 Dollar.

Nachlassende Kriegsangst drückt Preis

Daraus wurde vorerst nichts. Die zwischenzeitlich nachlassende Kriegsangst drückte den Preis wieder. Zwar sorgten nordkoreanische Raketentests und die Gewissheit über einen Angriff auf den Irak für Zwischenhochs. Doch noch vor dem Kriegsausbruch wurde das Edelmetall verstärkt wieder abgestoßen. Beim letzten Golfkrieg war das noch anders: Da wurden Anleger am Morgen nach Kriegsbeginn von einem Preissturz binnen weniger Stunden um bis zu 40 Dollar überrascht.

Fonds ziehen Gelder ab

Seit Beginn des Irak-Kriegs sinkt der Goldpreis weiter und rutschte am zweiten Kriegstag auf 333 Dollar je Feinunze und damit den niedrigsten Wert seit drei Monaten. Über ein Jahr gesehen können sich viele Gold-Anleger aber immer noch über ein Plus freuen. Händler führen den Rückgang auch darauf zurück, dass viele Fonds, die auf hohe Preise spekulierten, ihr Geld wieder abgezogen haben. «Die haben schnell noch mal Kasse gemacht», heißt es.

Kriegsdauer entscheidend

Für die weitere Entwicklung des Goldpreises sind die Dauer des Irak-Krieges und der Dollar-Kurs sowie die Aktienmärkte entscheidend. Einige Experten sehen bei einem längeren Konflikt den Goldpreis wieder über die Marke von 370 Dollar steigen. Bei schneller Beilegung könnte er aber weiter bis auf 320 oder so gar 310 Dollar sinken.


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