Sparpläne Mit kleinen Schritten zum großen Vermögen

Es muss ja nicht gleich ein Vermögen sein: 50 bis 100 Euro im Monat reichen durchaus, um privat für die eigene Rente vorzusorgen. Besonders gut eignen sich Sparpläne für dieses Ziel - doch auch hier sollte man einiges beachten.

Wer später einmal abgesichert sein will - aber monatlich nur kleine Summe übrig hat, kann trotzdem viel daraus machen. Am besten eignen sich für diesen Zweck Sparpläne, weil sich so das Geld in kleinen Schritten am sichersten vermehren lässt. Viele Banken, Online-Broker und unabhängige Finanzdienstleister bieten Sparpläne an, bei denen man ab 50 Euro einsteigen kann.

Einzahlungs-Intervalle meist frei

Bei der Auswahl der Bank oder des Online-Brokers sollten Anleger darauf achten, dass das Angebot groß und die bevorzugten Fonds möglichst ohne Ausgabe-Aufschlag angeboten werden. In welchen Intervallen eingezahlt wird, bleibt in der Regel dem Anleger überlassen. Denkbar sind monatliche, zwei monatliche oder sogar halbjährliche Raten.

Sofern Anleger bei der Fondswahl auf eine breite Streuung achten, ist ihr Risiko, über lange Laufzeiten Verluste zu erleiden, überschaubar. Doch die wirklich entscheidenden Erfolgsfaktoren sind Ausdauer und regelmäßiges Sparen, wie aktuelle Zahlen des BVI, Bundesverband Investment und Asset Management, bestätigen: Wer über lange Zeiträume beispielsweise kontinuierlich in Aktienfonds investiert, kann ein beachtliches Vermögen aufbauen. So erwirtschafteten Aktienfonds-Sparpläne mit Schwerpunkt Deutschland, Europa oder weltweit in den vergangenen 30 Jahren eine durchschnittliche Jahresrenditen von 7,9 bis 8,6 Prozent. Legte ein Sparer in den zurückliegenden 30 Jahren monatlich 50 Euro in Aktienfonds mit dem Schwerpunkt Deutschland an, stehen ihm heute immerhin durchschnittlich knapp 80.000 Euro zur Verfügung - bei einer Einzahlungssumme von 18.000 Euro, rechnet der BVI vor. Dabei sind sämtliche Kosten inklusive der Ausgabeaufschläge schon mit berücksichtigt.

Dennoch: Keine Wachstumsgarantie

Eine Garantie, dass es so weitergeht, gibt es nicht - doch ein langer Anlagehorizont gleicht zwischenzeitliche Gewinne meist aus. Denn die Anleger profitieren von dem so genannten Cost-Average-Effekt (Durchschnittspreis-Effekt). Je nach Höhe des Fondskurses kauft der Investor für seine regelmäßige Investitionssumme die Anteile. Bei hohen Kursen sind das weniger, bei niedrigen Kursen mehr. Im Schnitt kauft er also günstiger - vorausgesetzt der Anleger hat in den Schwächephasen mehr Anteile gekauft.

Wer bereits in frühen Jahren damit beginnt, regelmäßig zu sparen, hat eine gute Chance, bis zum Rentenalter eine stattliche Summe anzuhäufen. Voraussetzung dafür ist, dass während der Sparphase der wachsende Geldbetrag nicht angetastet, sondern im Gegenteil alle anfallenden Ausschüttungen wieder reinvestiert werden. Dann sorgen Zins und Zinseszinseffekt dafür, dass sich das angesparte Kapital überproportional erhöht.

Kapital ist stets verfügbar

Gegenüber privaten Renten- oder Lebensversicherungen haben Sparpläne außerdem einen großen Vorteil. Das angesammelte Kapital ist stets verfügbar. In der Regel kann man den Sparplan je nach finanzieller Situation stoppen oder aussetzen und die erworbenen Anteile zum aktuellen Börsenwert verkaufen – vorausgesetzt der Fondspreis befindet sich nicht gerade im Keller.

Allerdings birgt auch ein Sparplan Risiken, und zwar wenn der Ausstiegszeitpunkt näher rückt. Um die bis dahin angefallenen Gewinne durch eventuelle Kurskapriolen nicht noch in Gefahr zu bringen, sollten Anleger einige Jahre vor dem geplanten Ausstieg damit beginnen, ihr Geld in risikoärmere Anlagen umzuschichten. Schließlich wirft ein Sparplan nur dann positive Erträge ab, wenn die Kurse zum Ende der Ansparzeit nicht bedeutend niedriger sind als während der Laufzeit. Wer es sich leisten kann, sollte deshalb von vornherein mehrere Sparpläne abschließen, um das Risiko zu streuen.

Nicht nur zur Altersvorsorge

Doch nicht nur für die Altersvorsorge sind Sparpläne ideal geeignet. Sie können Eltern beispielsweise auch dabei helfen, die Ausbildung ihrer Kinder zu finanzieren. Eltern, die beispielsweise ab der Geburt ihres Nachwuchses zwanzig Jahre lang monatlich 50 Euro in einen Mischfonds eingezahlt haben, konnten laut BVI Ende Dezember 2005 auf ein Vermögen von gut 24.000 Euro zurückgreifen (Einzahlungssumme: 12.000 Euro). Somit stünden beispielsweise für ein fünfjähriges Studium - bei einer angenommenen Verzinsung in der Auszahlphase von fünf Prozent pro Jahr und Kapitalverzehr - monatlich immerhin rund 450 Euro zur Verfügung.

Heino Reents

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