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Spartipp: Steuerbescheide können bis zu vier Jahre lang geändert werden

Steuerbescheide können bis zu vier Jahre lang - auch zu Gunsten eines Steuerpflichtigen - geändert werden. Hat zum Beispiel ein Arbeitnehmer in seiner Einkommenssteuererklärung einen steuermindernden Tatbestand irrtümlich nicht angegeben, kann das noch vier Jahre lang berücksichtigt werden.

Steuerbescheide können bis zu vier Jahre lang - auch zu Gunsten eines Steuerpflichtigen - geändert werden. Hat zum Beispiel ein Arbeitnehmer in seiner Einkommenssteuererklärung einen steuermindernden Tatbestand irrtümlich nicht angegeben, kann das noch vier Jahre lang berücksichtigt werden, heißt es beim bayerischen Finanzministerium in München. Voraussetzung ist aber, dass den Steuerpflichtigen kein »grobes Verschulden« trifft.

Ein Grund für die Änderung der Höhe, zum Beispiel der abzugsfähigen Werbungskosten, könne sein: Der Steuerpflichtige hat die steuermindernden Tatsachen für unerheblich gehalten oder konnte notwendige Belege erst nachträglich beschaffen.

Die Steuerexperten in München haben den Zahlern von Einkommens-, Umsatz- und Gewerbesteuern geraten, Steuererklärung und -bescheid aus dem Jahr 1996 jetzt noch einmal auf diesen Aspekt hin anzusehen. Die Frist für mögliche Änderungen aus dem Jahr 1996 endet am 31. Dezember 2000.

Wer noch eine nachträgliche Neufestlegung erreichen möchte, kann einen formlosen, schriftlichen Antrag beim zuständigen Finanzamt stellen oder seinen Sachbearbeiter ansprechen, riet das Finanzministerium. Die vierjährige Frist hat nichts mit der einmonatigen Widerspruchsfrist gegen Steuerbescheide zu tun, die in der Rechtsbehelfsbelehrung angegeben ist. Die Bestandskraft eines Steuerbescheids erstreckt sich nämlich nur auf Tatsachen, die dem Finanzamt bekannt waren, bevor der Bescheid angefertigt wurde.