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Stichwort: "Feindliche Übernahme" - was bedeutet das?

Gut zu wissen: Was passiert bei einer "feindlichen Übernahme" zwischen Unternehmen und wie kann sich der Angegriffene wehren?

Von einer feindlichen Übernahme spricht man, wenn sich ein Unternehmen die Kontrolle über ein anderes gegen dessen Willen verschafft. Bei einer Aktiengesellschaft geschieht dies über den Erwerb der Aktienmehrheit. Dabei wendet sich das Unternehmen, das die Übernahme plant, üblicherweise direkt an die Aktionäre des anderen Unternehmens, wie das jetzt auch die Führung der Pariser Pharma-Gruppe Sanofi bei der angestrebten Übernahme des deutsch-französischen Konkurrenten Aventis anstrebt.

Als Abwehrstrategie gegen eine feindliche Übernahme können vom Management verschiedene Maßnahmen ergriffen werden, um das betroffene Unternehmen für den Interessenten weniger attraktiv zu machen. Das geht etwa über die Einführung von Stimmrechtsbeschränkungen, den Aktientausch mit einem befreundeten Unternehmen oder die Verwässerung des Eigenkapitals durch die Ausgabe von Aktien an die Belegschaft. Auch die Hilfe eines so genannten weißen Ritters, der mit einem eigenen Angebot die feindliche Übernahme verhindern könnte, ist möglich.

Feindliche Übernahmen sind in Deutschland selten und eigentlich verpönt, bekannt wurde außer Vodafone/Mannesmann aber auch der Fall Krupp-Hoesch und Thyssen. Über die USA ist hingegen in den 80er Jahren eine wahre Lawine von feindlichen Übernahmen gerollt. Dabei wurden viele der geschluckten Unternehmen mit viel Gewinn für den Käufer zerlegt und ausgeschlachtet. Zehntausende Menschen verloren ihren Arbeitsplatz.

AP / AP
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