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ÜBERRASCHUNG: Vorsicht beim Gemeinschaftskonto

Bei Lebensgefährten oder Eheleuten, die ein so genanntes Oder-Konto eröffnen, kann plötzlich Schenkungssteuer fällig werden. Dabei sind Lebenspartner deutlich benachteiligt.

Bei Lebensgefährten oder Eheleuten, die ein so genanntes Oder-Konto eröffnen, kann Schenkungssteuer fällig werden, wie die Stiftung Warentest berichtet. Bei einem Oder-Konto kann jeder über das Guthaben des anderen verfügen. »Richtet ein Partner zu Gunsten des anderen ein Oder-Konto ein, gehören dem Kontoberechtigten 50 Prozent des Guthabens, obwohl er das nicht eingezahlt hat. Prompt kann das Finanzamt Schenkungssteuer berechnen, bestätigt das Hessische Finanzgericht (Aktenzeichen 1 K 2651/00)«, so die Verbraucherschützer im neuen »Finanztest«-Heft.

Trick für Ehegatten

Zahlt zum Beispiel ein Ehemann auf ein Gemeinschaftskonto, über das auch seine Frau verfügen kann, 20.000 Euro ein, ist die Hälfte davon, also 10.000 Euro, ein steuerpflichtiges Geschenk an die Ehefrau. »Doch weil sich Ehegatten alle zehn Jahre bis zu 307.000 Euro steuerfrei schenken können, geht der Fiskus leer aus«, so die Stiftung Warentest.

Lebenspartner sind benachteiligt

Sind die Lebenspartner nicht verheiratet, wird es dagegen teuer: »Unter Lebensgefährten bleiben nämlich nur 5.200 Euro alle zehn Jahre steuerfrei. In dem Fall würde der Rest von 10.000 Euro, also 4.800 Euro, steuerpflichtig bleiben. Davon kassiert das Finanzamt 17 Prozent Steuern, also 816 Euro.«

Die Verbraucherschützer raten: »Wer keine hälftige Teilung auf dem Oder-Konto will, sollte das schriftlich vereinbaren (Kopie ans Geldinstitut).«

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