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ABGABEN: Pauschalsteuer für Aktiengewinne

Bundesfinanzminister Hans Eichel will Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Fondsanteilen oder Immobilien künftig pauschal mit 15 Prozent besteuern.

Bundesfinanzminister Hans Eichel will Gewinne aus dem Verkauf von Aktien, Fondsanteilen oder Immobilien künftig pauschal mit 15 Prozent besteuern. Mittelfristig sollten sie auch mit Sozialabgaben belegt werden, berichtete das Magazin »Focus«unter Berufung auf Regierungskreise.

Der Steuersatz solle für nach dem Stichtag 21. Februar 2003 gekaufte Aktien, Fondsanteile und Immobilien gelten, berichtete das Magazin. Die bisherigen Spekulationsfristen von einem Jahr für Aktien und zehn Jahren für Immobilien sollten wegfallen; vor dem Stichtag erworbene Wertpapiere und Häuser sollten mit 1,5 Prozent des Verkaufspreises besteuert werden, heißt es in dem Bericht. Auf eine Doppelbesteuerung von Fonds wolle Rot-Grün verzichten. Der Plan solle am Wochenende von den Finanzexperten der Koalition beraten werden.

Ein früherer Referentenentwurf des Finanzministeriums hatte Vorgesehen, die Gewinne aus Aktien- und Immobilienverkäufen vollständig dem Einkommenssteuersatz zu unterwerfen. Die Regelung hätte auch für vor dem Inkrafttreten erworbene Aktien oder Immobilien gelten sollen. Die Finanzpolitiker von SPD und Grünen verständigten sich nach Protesten der Wirtschaft darauf, auf eine rückwirkende Steuer zu verzichten. Auch war im Gespräch, die Spekulationsfrist nicht vollständig abzuschaffen, sondern sie lediglich zu verlängern.