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Allianz: Trickreiche Gewinnsteigerung

Die Allianz hat mit stolz geschwellter Brust ihr Ergebnis für 2005 vorgetragen: Der Gewinn stieg auf 4,4 Milliarden Euro. Dennoch sind Analysten nicht zufrieden - aus guten Gründen.

Der Münchener Versicherungs- und Bankkonzern Allianz hat 2005 einen Rekordgewinn verbucht und geht auch für dieses Jahr von zweistelligen Wachstumsraten aus.

Der Überschuss habe im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 4,38 Milliarden Euro zugelegt, teilte der größte europäische Versicherer am Donnerstag mit. Der Umsatz sei um 4,2 Prozent auf 100,9 Milliarden Euro gewachsen und habe damit erstmals eine dreistellige Milliardenhöhe erreicht. Firmenchef Michael Diekmann sagte, Wachstumstreiber sei die Nachfrage nach Produkten der Altersvorsorge und der Vermögensverwaltung, beispielsweise Fonds, gewesen. Für 2006 sowie für die Folgejahre stellte er ein Gewinnwachstum um etwa zehn Prozent in Aussicht.

Risikovorsorge aufgelöst

Der Jahresgewinn der Allianz lag leicht über den Erwartungen von Analysten, die mit 4,36 Milliarden Euro gerechnet hatten. Der Gewinn des größten Ertragsbringers Schaden- und Unfallversicherung fiel etwas höher aus als geschätzt, während die Erträge aus der Leben- und Krankenversicherung und dem Bankgeschäft geringfügig unter den Prognosen der Experten lagen. Gleichwohl steuerte das Bankgeschäft mit der lange Verluste schreibenden Dresdner Bank 1,04 Milliarden (Vorjahr 126 Millionen) Euro zum Konzernergebnis bei.

Analysten zeigten sich von dem Ergebnis der Dresdner Bank etwas enttäuscht, da der Zuwachs stark auf Gewinnen aus Aktienverkäufen und der Auflösung von Risikovorsorge für faule Kredite basierte. "Die Dresdner Bank bleibt ein Problem für den Konzern. Die Frage ist, wie die Bank ihre Umsätze steigern kann", sagte Sven Janssen vom Bankhaus Metzler. Es sei nach wie vor unklar, wohin der Weg führe. HVB-Analyst Lucio di Geronimo sagte, das operative Ergebnis der Bank sei nicht berauschend.

An der Börse gab der Kurs der Allianz-Aktie stärker als der Gesamtmarkt um 1,5 Prozent auf 134,75 Euro nach. In den zurückliegenden zwölf Monaten gewann die Aktie rund ein Drittel an Wert.

Reuters / Reuters