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Jetzt auch offline Amazon eröffnet seinen ersten Buchladen


Online-Riese Amazon verkauft nun auch offline Bücher. In Seattle eröffnete der Konzern seinen ersten traditionellen Buchladen. Einige gewohnte Amazon-Elemente finden Kunden aber auch in der Offline-Filiale.

20 Jahre hat Amazon alles daran gesetzt, den stationären Buchhandel zu zerstören. Durch ein riesiges Online-Sortiment und versandkostenfreie Lieferung, teilweise über Nacht. Mittlerweile ist schon die erste Buchkäufer-Generation herangewachsen, die gar nicht mehr erlebt hat, dass man früher immer in den Buchladen laufen musste, weil es Amazon noch nicht gab. Und nun das: Amazon eröffnet seine erste Offline-Buchhandlung.

Der Laden, der an diesem Dienstag seine Türen öffnet, liegt im Uni-Viertel von Seattle und ist etwa 550 Quadratmeter groß. Auf den ersten Blick sieht er auch nicht anders aus als eine Filiale der großen Buchhandelsketten, denen Amazon in den vergangenen Jahren so sehr zugesetzt hat. Zu kaufen gibt es tatsächlich Bücher aus Papier, die in traditionelle Holzregale sortiert sind. Der Laden mit dem schlichten Namen "Amazon Books" bietet exakt dieselben Preise wie online und ist sieben Tage die Woche geöffnet.

Erst auf den zweiten Blick erkennt man typische Amazon-Elemente wieder. Unter den Büchern sind Schilder angebracht, auf denen die Sterne-Bewertungen aus Amazons Online-Welt sowie ausgewählte Rezensionen zu lesen sind. Außerdem gibt es Abteilungen wie "Sehr gut bewertet. 4,8 Sterne & mehr" oder "Geschenke für junge Erwachsene. 4,5 Sterne & mehr" oder auch "Geschenke für den Gamer".

Neben Papierbüchern gibt es auch Amazons digitale Geräte - vom Kindle bis zu Fire TV und Tablets - zum Anfassen und Ausprobieren. "Wir haben die Erfahrung von 20 Jahren Online-Buchhandel genutzt, um einen Laden zu bauen, der die Vorteile von Offline- und Online-Buchshopping verbindet", sagte Jennifer Cast, Vice President von Amazon Books zum Start. Ob Amazon nun in großem Stil weitere Buchhandlungen eröffnen will, verriet sie allerdings nicht. Die traditionellen Buchhändler dürften das Experiment in Seattle schon jetzt äußerst argwöhnisch beäugen.


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