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BETRUG: Wieder US-Manager wegen unsauberer Geschäfte angeklagt

Die Skandalserie bei US-Unternehmen reißt nicht ab. Jetzt wurde der frühere Chef der Biotech-Firma ImClone Systems, Sam Waksal, wegen Insiderhandels und Bankbetrugs angeklagt.

Waksal soll Familienmitglieder darüber informiert haben, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA den Zulassungsantrag für das Krebsmedikament Erbitux abgelehnt hat. Die Verwandten des früheren Unternehmenschefs sollen daraufhin ImClone-Aktien im Millionenwert verkauft haben, bevor das Unternehmen die Öffentlichkeit informierte. Die Aktien des Unternehmens waren nach Bekanntgabe der FDA-Ablehnung um 88 Prozent abgestürzt. Sie notierten am Mittwoch nur noch bei 6,68 Dollar. Das Zwölfmonatshoch lag bei 75,45 Dollar.

Schon vorher gewusst

Waksal soll am 26. Dezember von der FDA-Entscheidung erfahren haben. Einen Tag später soll seine Tochter Aliza ImClone-Aktien im Wert von fast 2,5 Millionen Dollar verkauft haben. Waksal informierte angeblich auch seinen Vater, der für acht Millionen Dollar ImClone-Aktien verkauft haben soll, berichtete die Wirtschaftsagentur »Bloomberg«.

Bank of America betrogen

Der frühere Firmenchef wird auch beschuldigt, die Bank of America betrogen zu haben. Er soll ImClone-Wertpapiere, die er nicht mehr besaß, als Sicherheit für Kredite in Höhe von 44 Millionen Dollar zugesagt haben. Dabei soll Waksal auch gefälschte Dokumente vorgelegt haben, in denen er die Unterschrift des ImClone-Generalanwalts gefälscht habe, berichtete die »New York Times« am Donnerstag. Die gleichen Wertpapiere soll Waksal auch für einen anderen Kredit der Refco Capital Markets Ltd. als Sicherheit zugesichert haben. Im Falle eines Schuldspruchs drohen ihm allein für Bankbetrug 30 Jahre Gefängnis.

Verhandelt über Vergleich

Der ImClone-Gründer und ehemalige Firmenchef hatte nach seiner Festnahme und Freisetzung gegen zehn Millionen Dollar Kaution am 12. Juni mit der Staatsanwaltschaft über einen Vergleich verhandelt. Die Justizbehörden wollten für ihn eine Gefängnisstrafe von sieben bis zehn Jahren.

Auch Moderatorin stolperte über ImClone

Die bekannte Haus- und Garten-Show-Moderatorin und Unternehmerin Martha Stewart ist wegen des Verkaufs von 3.928 ImClone-Aktien am 27. Dezember ins Rampenlicht gerückt. Sie hat jedes Fehlverhalten dementiert und sich bisher auch geweigert, vor einem Kongressausschuss auszusagen.