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Burnout-Syndrom: Jeder fünfte Beschäftigte laut Verdi betroffen

Die Zahl der Burnout-Fälle bei Arbeitnehmern nimmt zu. Nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sind 20 Prozent der Beschäftigten betroffen. In der Bankenbranche hat die Finanzkrise offenbar den Trend beschleunigt.

Das "Burnout"-Syndrom und andere psychische Krankheiten sind nach Einschätzung der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bei Arbeitnehmern auf dem Vormarsch. "Wir gehen inzwischen davon aus, dass 20 Prozent aller Beschäftigten betroffen sind. Vor allem die Leistungsträger brechen weg", sagte der Verdi-Fachbereichsleiter Banken und Versicherungen, Klaus Grünewald, der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag".

In der Bankenbranche sei der Trend durch die Finanzkrise noch beschleunigt worden. Bei der Commerzbank würden die rund 60 000 Mitarbeiter inzwischen von mehr als 40 Sozialarbeitern und Psychologen betreut. "Die Belastungen gehen einher mit Arbeitsprozessen, die immer schneller und komplexer werden", sagte Karin Goldstein, Leiterin des Bereichs Health Management bei der Bank, der Zeitung.

"Burnout" (Ausbrennen) äußert sich als emotionale Erschöpfung bei verringerter Leistungsfähigkeit. Gerade in der Finanzbranche werde das Thema aber immer noch tabuisiert, zitiert der Bericht einen Sprecher der HypoVereinsbank. Mitarbeiter, die darunter leiden und zu ihren Vorgesetzten gehen, riskierten, nicht ernst genommen oder gar für unfähig gehalten zu werden. Daher werde die Bank auch Führungskräfte für das Thema sensibilisieren und weiterbilden.

cjf/DPA / DPA