HOME

Deutsche Börse: Rauf und runter am »Hexensabbat«

Am so genannten »dreifachen Hexensabbat« rutschte der DAX erstmals seit fünf Jahren unter die 3000-Punkte-Marke. Am Mittag konnte sich der Index allerdings wieder etwas berappeln.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) ist am so genannten » dreifachen Hexensabbat« am Freitag erstmals seit Ende Januar 1997 wieder unter die Marke von 3000 Punkten gefallen.

Panik an der Börse

Marktteilnehmern zufolge lasten der weiterhin drohende Irak-Krieg und der deswegen in den vergangenen Wochen stark gestiegene Ölpreis ebenso wie die Sorge vor einem Rückfall der Konjunktur in die Rezession auf den Aktienmärkten. »Viele Anleger wollen den Dax einfach mal unter 3000 Punkten sehen, an 1997 kann sich ja kaum mehr einer erinnern«, sagte ein Aktienhändler. Analysten bezeichnen die Marke als psychologisch wichtig, charttechnische Unterstützungslinien gebe es hingegen kaum mehr.

Riesen-Verluste

Im frühen Handel fiel der Dax um knapp ein Prozent auf 2982 Punkte. Seit seinem Jahreshoch von 5467 Zähler im März hat der Dax damit rund 45 Prozent verloren. Dabei haben die im Dax gelisteten Unternehmen insgesamt rund 341 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung eingebüßt, was ungefähr dem Bruttoinlandsprodukt Polens entspricht.

DAX wieder über 3000 Punkte

Wenige Stunden vor dem dreifachen Verfallstermin ist die steile Abwärtsfahrt an der Börse zunächst zum Stillstand gekommen. Am Freitagmittag erreichte der DAX 3042 Punkte - ein Plus gegenüber dem Vortag von 1,2 Prozent. Nach Worten von Händlern suchten Marktteilnehmer in Frankfurt, den Index über 3000 Punkten zu stabilisieren. Eine sehr feste Allianz-Aktie die um 5,7 Prozent auf 96,50 Euro zulegte, setzte sich an die Spitze der Erholung.

Freundlich tendierende Futures des vorbörslichen Handels amerikanischer Aktien legten eine technische Erholung zur Eröffnung an der Wall Street nahe, was den Handel weiter unterstützt, wie Händler berichteten.

Ungeachtet der Erholung bei den Standardwerten sank am Neuen Markt der NEMAX 50 um 0,6 Prozent auf 397 Punkte. Der MDAX war bei 2984 Punkten um 0,2 Prozent fester.

Am Freitag laufen im Mittagshandel Futures, Optionen und Terminkontrakte auf Aktien am so genannten »dreifachen Hexensabbat« aus, was erfahrungsgemäß die Schwankungen an der Börse verstärkt. »Es ist sehr schwer, an dreifachen Verfallsterminen etwas vorauszusagen. Eine vernünftige Bewegung im Markt sehen wir erst nächste Woche«, hieß es von Händlern der Frankfurter Sparkasse. Der Markt sei stark überverkauft. »Falls der Dow Jones die wichtige Unterstützungszone von 7950 Punkten nach unten durchbricht, geht es auch bei uns weiter abwärts«, sagte ein Händler.

Stichwort: »Dreifacher Hexensabbat«

Themen in diesem Artikel