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Überraschender Rückgang: Deutsche Exporte sinken nach Oktober-Rekord deutlich

2014 war ein gutes Jahr für die deutsche Wirtschaft. Im Oktober hatten die deutschen Exporteure ihren bisherigen Rekord geknackt. Doch im November sind die Ausfuhren unerwartet stark eingebrochen.

Die Sanktionen gegen Russland "werden sehr lange bleiben, wir werden sie nicht wegkriegen", so BGA-Präsident Anton Börner

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Nach den Rekordausfuhren im Vormonat haben die deutschen Unternehmen im November 2014 einen überraschend deutlichen Rückschlag hinnehmen müssen. Die Exporte sanken gegenüber Oktober um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur einen Rückgang um 1,0 Prozent erwartet. Allerdings folgt das Minus auf einen sensationellen Vormonat: Im Oktober hatten die deutschen Exporteure ihren bisherigen Rekord vom September nochmals übertroffen.

Im Jahresvergleich stiegen die Ausfuhren im November um 1,4 Prozent auf 95,8 Milliarden Euro. Nach den ersten elf Monaten des Jahres steht unter dem Strich ein Plus von 3,4 Prozent auf 1,046 Billionen Euro. Zur Erinnerung: 2011 hatten die deutschen Exporte erstmals in einem Jahr den Wert von einer Billion Euro überschritten, seinerzeit aber erst Anfang Dezember.

Mehr Exporte nach Polen und Großbritannien

Insgesamt war 2014 ein gutes Jahr für den deutschen Außenhandel, wie Christian Schulz von der Berenberg Bank betont. Denn die deutschen Exporteure haben in allen wichtigen Regionen zugelegt, vor allem in den EU-Ländern außerhalb der Eurozone (plus 9,7 Prozent) wie Polen oder Großbritannien. Die Lieferungen in die Eurozone stiegen um 2,5 Prozent, in den Rest der Welt nur um 1,3 Prozent.

Gleichzeitig trug die starke Binnenkonjunktur dazu bei, dass die Importe nach Deutschland im November um 1,5 Prozent stiegen und damit dreimal so stark wie erwartet. Im Jahresvergleich erhöhten sich die Einfuhren um 1,7 Prozent auf 78,0 Milliarden Euro.

lie/DPA / DPA
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