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Geplatzter Landgang: Hongkongs Bar-Besitzer sind stocksauer

Es hätte ein tolles Thanksgiving-Fest werden sollen: Die 8000-Mann-starke Besatzung des US-Flugzeugträgers "Kitty Hawk" freute sich auf den Landgang in Hongkong. Doch die angereisten Familien, lokalen Barbesitzer und leichten Mädchen mussten alleine feiern.

Die geplatzte Thanksgiving-Party der Mannschaft des US-Flugzeugträgers "Kitty Hawk" in Hongkong hat nicht nur den von weit her angereisten Familien der 8000 Seeleute und Piloten das Fest verdorben. Auch die Restaurant- und Barbesitzer im berüchtigten Wanchai- Vergnügungsbezirk der einstigen britischen Kronkolonie klagten über das Fernbleiben der Soldaten.

Massiver fianzieller Verlust

"Finanziell wirkt sich dass massiv aus", beschwerte sich am Freitag etwa Gastwirt Paul Buxton. Zwei Millionen Hongkong-Dollar, umgerechnet rund 172.000 Euro, hätte er verdienen können, wenn die USS "Kitty Hawk" mit ihren Begleitschiffen am Donnerstag wie vorgesehen eingelaufen wäre, zitierte ihn die "South China Morning Post".

Auch in der Rot-Licht-Szene und den zahlreichen Tanz-Kneipen hatte man sich vergebens auf ein nettes Geschäft mit den Matrosen eingestellt. "Die thailändischen und philippinischen Mädchen zogen durch die Straßen und waren so sexy und blendend zurechtgemacht wie es nur geht. Aber am Ende waren sie total enttäuscht", sagte ein Bar-Betreiber der "Apple Daily".

Einlenken kam zu spät

Die chinesische Regierung hatte dem Trägerverband aus bislang unbekannten Gründen kurzfristig zunächst verboten anzulegen - und damit fast einen diplomatischen Streit ausgelöst. Hunderte Familienangehörige waren extra aus den USA nach Hongkong gereist, um mit ihren Liebsten das wichtigste amerikanische Familienfest gemeinsam feiern zu können. Stundenlang kreuzte das Schiff vor der Stadt. Als die Politiker in Peking schließlich doch noch einlenkten, war es zu spät. Die "Kitty Hawk" hatte bereits kehrt gemacht und befand sich auf den Weg zurück in ihren japanischen Heimathafen.

Hinter den Kulissen ging am Freitag das Rätselraten über die Gründe des Anlege-Verbots weiter. In US-Konsulatskreisen hieß es, nach wie vor habe sich China dazu nicht geäußert. Manch einer spekulierte, dass die Volksrepublik möglicherweise ihrem Ärger über ein Waffengeschäft der USA mit Taiwan oder den kürzlichen Empfang des Dalai Lamas durch Präsident George W. Bush Luft machen wollte.

Reuters / Reuters
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