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INDUSTRIE: Siemens wird MPM nicht an Apax Partners los

Der geplante Verkauf von Mannesmann Plastics Machinery (MPM) an Apax Partners ist gescheitert. Die Mutter von MPM, Siemens, und die Risikokapitalgesellschaft Apax haben sich darauf geeinigt, den Kaufvertrag aufzuheben.

Grund sind die sich verschlechternden Wirtschaftsaussichten. MPM ist der größte Produzent von Maschinen zur Kunststoffverarbeitung. Im Juli hatte MPM in seinem monatlichen Geschäftsbericht für Apax die Prognosen für das laufende und das kommende Jahr »dramatisch reduziert«, heißt es aus dem Umfeld der Verhandlungen. Daraufhin geriet Apax? Finanzierungsplan in Gefahr.

Die selben Quellen berichten, Siemens habe sich nicht auf eine Nachverhandlung des Kaufpreises eingelassen. Der Kaufvertrag habe keine Klausel enthalten, die Apax das Recht auf Nachverhandlungen einräume oder bei gravierenden Veränderungen der Geschäftsbedingungen bei MPM einen Rücktritt vom Vertrag ermögliche. Die Finanzierungsvereinbarungen bei Apax enthielten jedoch derartige Bestimmungen. Danach konnten sich die Banken aus dem Geschäft zurückziehen, sollten sich die geschäftlichen Eckdaten deutlich verschlechtern.

Siemens soll Apax mit einer Klage gedroht haben. Apax drohte im Gegenzug, die eigens für die Übernahme gegründete Mantelfirma Bankrott gehen zu lassen. Juliana Ratner, London

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