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Konjunkturforscher: Wirtschaftsbelebung nur 2006

2007 wird die Mehrwertsteuer erhöht, wie die Bundesregierung bereits angekündigt hat. Deshalb wird es einen spürbaren Aufschwung nur dieses Jahr geben, glauben Wirtschaftsforscher - ohne Auswirkung auf die Arbeitslosigkeit.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet bis einschließlich 2007 keine deutliche Belebung der Konjunktur und auf dem Arbeitsmarkt bestenfalls einen Stopp des Job-Abbaus.

Das geht aus der am Dienstag in Berlin veröffentlichten DIW-Prognose für dieses und das nächste Jahr hervor. In ihren "Grundlinien der Wirtschaftsentwicklung 2006/2007" gehen die DIW-Ökonomen lediglich von einer zur Jahreshälfte 2006 einsetzenden "Sonderkonjunktur" aus - als Folge des Anstiegs des privaten Konsums vor der angekündigten Erhöhung der Mehrwertsteuer. Diese "Sonderkonjunktur" werde für das gesamte Jahr zu einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,7 Prozent führen, das bereits 2007 wieder auf 1,2 Prozent zurückgehen werde.

Abgesehen von diesem Vorzieheffekt blieben aber der öffentliche und der private Verbrauch in der Grundtendenz schwach. Unter diesen Bedingungen werde sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt kaum bessern. Den Hauptgrund für die Konsumschwäche im privaten Sektor sehen die Wirtschaftswissenschaftler in der unverändert schlechten Situation auf dem Arbeitsmarkt und der damit verbundenen mäßigen Entwicklung der verfügbaren Masseneinkommen.

Bei der Einschätzung des Trends auf dem Arbeitsmarkt machen sie auf die Unsicherheiten aus der Entwicklung der staatlichen Förderung von Beschäftigung wie etwa Ein-Euro-Jobs und Kombilöhne aufmerksam. Entscheidend sei aber die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Bei einem zu erwartenden Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion von 1,7 Prozent könnte der Abbau der Beschäftigung im Laufe des Jahres 2007 zum Stillstand kommen. Eine nennenswerte Zunahme der Beschäftigung sei 2007 allerdings nicht in Sicht.

Reuters / Reuters
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