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Konjunkturprognose: Leichtes Wachstum stimmt optimistisch

Im ersten Halbjahr 2005 hat sich nach Analyse des Deutschen Institus für Wirtschaftforschung ein leichtes Wirtschaftswachstum eingestellt. Auch der Mittelstand schaut optimistisch in die Zukunft.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat eine anhaltende Belebung der Industrie festgestellt. Nach einem deutlichen Anstieg von 0,8 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres sei die gesamtwirtschaftliche Produktion im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um gut 0,6 Prozent gestiegen, hieß es in dem heute in Berlin veröffentlichten DIW-Konjunkturbarometer. Die positive Entwicklung wurde den Angaben zufolge im Wesentlichen von den kräftig gestiegenen Ausrüstungsinvestitionen getragen. Für das dritte Quartal rechnet das DIW mit einer Beschleunigung des Wachstums. Das arbeitstäglich- und saisonbereinigte reale Bruttoinlandsprodukt dürfte danach um 0,5 Prozent steigen. Gestützt werde das gesamtwirtschaftliche Wachstum vor allem durch den Produktionsanstieg im verarbeitenden Gewerbe, aber auch durch die stabile Entwicklung im Vorleistungssektor. Auch die Produktion im Bauhauptgewerbe dürfte nach Einschätzung des DIW im dritten Quartal erneut gestiegen sein.

Mittelstand ist optimistisch

Auch im deutschen Mittelstand hat sich die wirtschaftliche Lage aufgehellt. Fast ein Drittel der kleinen und mittleren Unternehmen beurteilt die gegenwärtige Situation als gut oder sehr gut, mehr Unternehmen als noch im Vorjahr machen sich Hoffnungen auf Umsatzzuwächse und die Investitionsbereitschaft kehrt allmählich zurück. Das ergab die Herbstumfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform. Die Zahl der Unternehmenspleiten ist demnach leicht auf dem Rückzug. Eine Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, sagte Creditreform-Vorstandsmitglied Helmut Rödl am Dienstag in München. "Man kann sagen, dass sich durchaus eine Aufhellung abzeichnet. Allerdings: Die Lage im Herbst 2005 ist auch von Unsicherheit geprägt."

Rund 38.000 Firmen müssten in diesem Jahr voraussichtlich den Gang zum Insolvenzrichter antreten, das wären rund 1300 weniger als 2004. "Wir erwarten für 2005 zwar keinen neuen Rekord, das Insolvenzniveau ist aber unverändert zu hoch", sagte Rödl. Der Zenit aus dem Jahr 2003 mit knapp 39.500 Pleiten scheine aber zumindest überschritten zu sein. Kein Ende sieht Creditreform dagegen bei den Privatinsolvenzen, wo nach wie vor zweistellige Wachstumsraten zu beklagen seien. "Die Richter werden der Flut dieser Anträge nicht mehr Herr", sagte Rödl.

30.000 neue Stellen geschaffen

Der verhaltene Optimismus der Unternehmen wirke sich auch auf die Beschäftigtenzahlen aus. Hier sei die Situation so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr, sagte Rödl. Per saldo hätten die Betriebe im ersten Halbjahr rund 30.000 Stellen mehr geschaffen als abgebaut. "Dies ist vor allem der Zunahme der Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor zu verdanken." Für die kommenden Monate überwiege allerdings der Anteil der Firmen, die ihr Personal reduzieren wollten.

DPA/AP / AP / DPA
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