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Krankenversicherung: Zahl der Arztbesuche nimmt ab

Im Februar gingen drei bis fünf Prozent weniger Patienten zum Arzt als im Vergleichsmonat 2003. Unterdessen setzte die Krankenkasse Securvita vor Gericht eine Beitragssenkung um einen Prozentpunkt durch.

Die Anfang des Jahres eingeführte Praxisgebühr hält offensichtlich viele Menschen vom Arztbesuch ab. Im Februar gingen drei bis fünf Prozent weniger Patienten zum Arzt als im Vergleichsmonat des Vorjahres, sagte ein Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dem "Tagesspiegel am Sonntag". Allerdings seien die Zahlen vorerst noch Schätzungen, hieß es. Deshalb sei auch nicht klar, ob die "gewisse Enthaltsamkeit" der Leute darauf zurückzuführen sei, dass sie mit Blick auf die Gesundheitsreform im alten Jahr zum Arzt gegangen seien und sich mit Medikamenten eingedeckt hätten.

Damit setzt sich der Trend vom Januar, dem ersten Monat nach In-Kraft-Treten der Gesundheitsreform, fort. Damals war die Zahl der Arztbesuche um fünf bis acht Prozent gesunken. Vor allem Fachärzte werden nach Erkenntnissen der KBV gemieden. Hals-Nasen-Ohrenärzte, Orthopäden und Hautärzte seien überproportional betroffen.

"Wir peilen Beitragssenkungen an"

Die so erreichten Einsparungen wollen mehrere Krankenkassen über Beitragssenkungen an die Versicherten weitergeben. Ein Sprecher der Barmer Ersatzkasse sagte der Zeitung: "Wir peilen das an". Die mit gut 7,5 Millionen Versicherten größte deutsche Krankenkasse hatte bereits beschlossen, zum 1. April ihren Beitrag von 14,9 auf 14,7 Prozent zu senken. Auch die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) nimmt nach eigener Aussage weitere Beitragsenkungen ins Visier. Sie hatte zum 1. Januar ihren Satz von 15,2 auf 14,7 Prozent ermäßigt.

Securvita setzt sich durch

Unterdessen hat die Securvita Krankenkasse in Hamburg eine Senkung ihrer Beiträge um einen Prozentpunkt auf 13,5 Prozent beim Bundesversicherungsamt (BVA) durchgesetzt. Die Kasse, bei der 120.000 Menschen versichert sind, hatte ursprünglich eine Senkung auf 12,9 beantragt. Das BVA lehnte ab, weil sich dieser Beitragssatz für die Securvita nicht rechne. Die Kasse will nun weitere Reduzierungen beantragen, wenn die Gesundheitsreform greift.