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Kriminalität: Auch Bruder des FlowTex-Chefs verhaftet

Schmieder wurde aus Brasilien kommend, am Flughafen Amsterdam festgenommen. Angeblich wollte er sich Montag in Deutschland den Behörden stellen.

Der im milliardenschweren FlowTex- Betrugsskandal gesuchte Matthias Schmider ist am Sonntag auf dem Flughafen Schiphol in Amsterdam festgenommen worden. Das bestätigten das Stuttgarter Landeskriminalamt (LKA) und die Staatsanwaltschaft Mannheim. Er hatte sich bei der Einreise mit einem gefälschten britischen Reisepass ausgewiesen, seinen deutschen Reisepass aber ebenfalls dabei. Der Bruder des seit einem Jahr in Untersuchungshaft sitzenden ehemaligen FlowTex-Chefs Manfred Schmider ist aus Brasilien eingeflogen, berichtete die »Stuttgarter Zeitung« in ihrer Montagausgabe.

Schmider wollte sich angeblich stellen

Der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Matthias Schmider (40) soll am Montag einem Haftrichter vorgeführt und später nach Deutschland überstellt werden. Er hatte angeblich vo, sich montags den deutschen Behörden zu stellen. Matthias Schmider soll nach früheren Angaben 85 Millionen DM aus dem FlowTex-Vermögen abgezweigt haben. In den vergangenen Wochen hatten Gläubiger des Ettlinger Unternehmens eine Belohnung von 100.000 DM für seine Ergreifung ausgesetzt.

Prozessbeginn im Frühherbst

Die FlowTex-Führung soll zwischen Januar 1994 und Februar 2000 Leasinggesellschaften das Vorhandensein von 3.350 Bohrsystemen vorgetäuscht und auf diese Weise 4,3 Milliarden Mark erschwindelt haben. Von den Geräten waren aber tatsächlich nur 270 vorhanden. Der dabei entstandene Schaden wird abzüglich bezahlter Raten auf knapp 2,9 Milliarden DM veranschlagt. Im Frühherbst könnte der Prozess gegen die FlowTex-Spitze vor dem Landgericht Mannheim beginnen.