Liechtensteinische Landesbank Drei Festnahmen im LLB-Erpressungsfall


Im Zusammenhang mit der Erpressung der Liechtensteinische Landesbank hat die Polizei drei weitere Verdächtige festgenommen. Die Ermittler werfen den mutmaßlichen Erpressern vor, Geld in Millionenhöhe für Tausende Kontodaten genommen zu haben. Ein direkter Zusammenhang mit dem Fall Zumwinkel bestehe aber nicht.

Im Fall der millionenschweren Erpressung der Liechtensteinischen Landesbank (LLB) mit gestohlenen Daten deutscher Kunden hat die Polizei drei weitere Verdächtige verhaftet. Den Männern im Alter von 41, 43 und 50 Jahren wird Beteiligung an gewerbs- und bandenmäßiger Erpressung vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Peter Lückemann.

Die Festgenommenen stammen aus Lübeck und dem Raum Kiel. Sie sollen Komplizen des mutmaßlichen 48-jährigen Haupttäters sein, der von der LLB seit 2005 Schweigegeld in Höhe von rund neun Millionen Euro kassiert haben soll. Der Mann sitzt bereits seit September in Untersuchungshaft.

Lückemann betonte, der Fall habe nichts mit der aktuellen Steueraffäre um Ex-Postchef Klaus Zumwinkel und die Liechtensteiner LGT-Bank zu tun. Gegen die drei Tatverdächtigen waren laut Staatsanwaltschaft am 11. Februar Haftbefehle ergangen, die aber zunächst außer Vollzug gesetzt wurden. Am Samstag wurden die Beschuldigten nach einem Beschluss des Rostocker Landgerichts dann erneut festgenommen, sie sitzen nun in Untersuchungshaft.

Die Ermittler werfen den mutmaßlichen Erpressern vor, Geld für Tausende Kontodaten genommen zu haben. Dabei habe es sich vermutlich um die 2.325 Daten gehandelt, die ein Liechtensteiner Bankangestellter im Jahr 2003 aus der LLB geschleust hatte. Der zu sechs Jahren Haft verurteilte Banker habe Kontakt zu dem deutschen Hauptverdächtigen gehabt.

Rückgabeplan bis 2009

Die Bank mit Sitz in Vaduz hatte den Erpressungsfall in der vergangenen Woche öffentlich gemacht. Laut Staatsanwaltschaft hatte der 48-jährige Haupttäter zunächst versucht, die LLB-Kunden selbst mit den Datensätzen zu erpressen, dann habe sich die Bank eingeschaltet. Bisher soll sie laut Staatsanwaltschaft rund 1.600 Daten zurückgekauft haben. Im August 2005 habe der Verdächtige für 7,5 Millionen Schweizer Franken zunächst 700 Daten an die Bank zurückgegeben, im August 2007 für vier Millionen Euro weitere 900 Daten. Den Rest sollte die Bank im August 2009 zurückerhalten, wie Lückemann sagte.

Die Rostocker Ermittler waren dem Verbrechen zufällig auf die Spur gekommen: Der Hauptverdächtige hatte demnach bis 2004 wegen verschiedener Straftaten fast zehn Jahren in Haft gesessen, unter anderem wegen Bankraubs. Der Verbleib der Tatbeute von 1,6 Millionen Mark aus einem Überfall sei unklar gewesen. Als die Mutter des Verdächtigen im September 2007 rund 1,4 Millionen Euro in Rostock zur Bank bringen wollte, wurden die Ermittlungen aufgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass das Geld aus Liechtenstein stammte. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, bald Anklage gegen den Mann zu erheben.


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