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Lieferverzögerung: Boeing macht auf Airbus

Der US-Flugzeughersteller Boeing hat Probleme beim Bau des neuen 787 Dreamliner eingeräumt. Ähnlich wie beim europäischen Konkurrenten Airbus gibt es Schwierigkeiten mit einigen Zulieferern - und deshalb "kleine Verzögerungen".

Nach dem europäischen Flugzeugbauer Airbus musste nun auch das US-Unternehmen Boeing Probleme beim Bau seines stark nachgefragten Langstreckenmodells 787 Dreamliner einräumen. Die Maschine sei zu schwer und auch mit einigen Zulieferern gebe es Probleme, erklärte der für den Bereich Zivilluftfahrt zuständige Firmenchef Alan Mulallay anlässlich der Luftfahrtschau in Farnborough. Nähere Einzelheiten wollte er nicht nennen. Mulallay betonte aber, der Bau des Flugzeugs liege im Zeitplan.

Termine für Auslieferung bleiben gleich

"Einige Bereiche sind noch nicht soweit, wir wir es gerne hätten", sagte er weiter ohne sich konkreter zu den Verzögerungen zu äußern. Man bewege sich dabei aber im Rahmen des Normalen beim Bau neuer Flugzeuge, betonte Mulally. Am Plan eines ersten Testfluges Mitte kommenden Jahres und der Auslieferung ab 2008 ändere sich nichts. Für die Boeing 787 Dreamliner liegen nach Firmenangaben 360 feste Bestellungen vor, für den A 380 rund hundert.

Auch Konkurrent Airbus hat Probleme bei der Fertigung der seines Spitzenmodells A 380, weshalb sich die Auslieferung der ersten Maschinen verzögert. Den Europäern macht nicht das Gewicht, sondern die Elektronik und die Innenausstattung zu schaffen.

Zudem hatten sich die Entwicklungskosten fast verdoppelt, wie am Wochenende bekannt wurde. Der Co-Vorstandschef des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Thomas Enders, bestätigte am Samstag, dass Airbus die Überarbeitung des A 380 am Montag auf der Luftfahrtschau in Farnborough vorstellen werde.

Nahost-Krise könnte Flugverkehrsbranche schaden

Mullay nahm auch Stellung zu den befürchteten Auswirkungen der Nahost-Krise, die Probleme in der Region seien eindeutig ein Thema für die Flugbranche. Internationale Konflikte könnten das Vertrauen der Reisenden in die Sicherheit des Flugverkehrs unterminieren, erläuterte Mulally. Zudem könnten sie auch das wirtschaftliche Wachstum weltweit beeinträchtigen. Der US-Konzern hatte jüngst einen Anstieg des Luftverkehrs in den kommenden 20 Jahren um fünf Prozent pro Jahr vorhergesagt. Für die Prognose wurde ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent pro Jahr zugrunde gelegt. Es habe nur zweimal Stagnationen in der Airline-Industrie gegeben, betonte Mulally: Während des ersten Golf-Krieges und nach den Terroranschlägen in den USA am 11. September 2001.

AP/Reuters / AP / Reuters