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LUFTFAHRTINDUSTRIE: Fairchild-Dornier ist pleite

Der Flugzeugbauer Fairchild Dornier ist zahlungsunfähig und hat beim Amtsgericht Weilheim einen Antrag auf Insolvenz gestellt.

Der Flugzeugbauer Fairchild Dornier ist zahlungsunfähig und hat am Dienstag beim Amtsgericht Weilheim einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Dieser sei notwendig geworden, nachdem Fairchild keinen neuen strategischen Partner gefunden habe, teilte das auf den Bau von Regionalflugzeugen spezialisierte Unternehmen am Dienstag mit. Der Antrag sei am Dienstagmorgen eingegangen, bestätigte eine Sprecherin des Amtsgerichts.

Kaufinteressenten warten schon

Fairchild-Dornier führe weiter Gespräche mit potenziellen Investoren, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Lou Harrington, mit. In Kreisen involvierter Finanzinstitute hatte es bereits in der vergangenen Woche geheißen, mögliche Käufer könnten eine Insolvenz von Fairchild Dornier abwarten, um das Unternehmen dann von Altschulden befreit doch noch zu übernehmen. Als Interessenten gelten vor allem der US-Konzern Boeing, aber auch der kanadische Konkurrent Bombardier und der Kleinflugzeughersteller Beechcraft.

Gehälter zunächst gesichert

Fairchild-Dornier beschäftigt 4300 Mitarbeiter, 3600 davon in der Produktion in Oberpfaffenhofen bei München. Die Gehälter der Mitarbeiter seien im Rahmen des Insolvenzverfahrens für drei Monate gesichert, erläuterte ein Sprecher des Flugzeugbauers. Fairchild gehe davon aus, dass die Geschäfte fortgesetzt würden, die Entscheidung liege aber bei dem vorläufigen Insolvenzverwalter, der vom Amtsgericht bestimmt werde.

Tragfähigen Plan erarbeiten

»Wir bedauern, dass dieser Schritt notwendig wurde«, teilte Fairchild-Geschäftsführer Thomas Brandt mit. »Die Führungsmannschaft des Unternehmens nimmt sich besonders in die Pflicht, einen tragfähigen Plan für die Zukunft zu erarbeiten und alles zu tun, um den Übergang zu einem neuen strategischen Partner zu ermöglichen.« Fairchild wolle vor allem die laufenden Geschäfte stabilisieren und habe Aufträge im Wert von 11,7 Milliarden Dollar.

Fairchild war nach den Anschlägen vom 11. September in finanzielle Bedrängnis geraten, nachdem Fluggesellschaften Bestellungen verschoben hatten. Anfang 2000 war Fairchild Dornier von der US-Investmentfirma Clayton Dubilier & Rice und von Allianz Capital Partners übernommen worden. Ein Konsortium aus HypoVereinsbank, der Bayerischen Landesbank und der Förderbank LfA stellten damals eine Finanzierung von 800 Millionen Dollar bereit, 80 Prozent davon sind durch Bürgschaften vom Bund und vom Land Bayern abgesichert.