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Milliardenverlust: Jetzt hat's auch Goldman Sachs erwischt

Bisher war Goldman Sachs vergleichsweise glimpflich durch die Finanzkrise gekommen, doch nun hat es auch die US-Großbank hart getroffen: Im aktuellen Quartal verbuchte Goldman einen Verlust von mehr als zwei Milliarden Dollar. Analysten sind dennoch erleichtert.

Die Finanzkrise hat nun auch Goldman Sachs voll erwischt: Die ehemalige Investmentbank ist erstmals seit zehn Jahren tief in die roten Zahlen gerutscht. Wegen Abschreibungen verbuchte Goldman im vierten Quartal nach Angaben vom Dienstag einen Verlust von rund 2,3 Milliarden Dollar - vor einem Jahr stand noch ein Rekordgewinn von 3,2 Milliarden in den Büchern.

Goldman Sachs kam lange Zeit vergleichsweise unbeschadet durch die Finanzkrise und schlug durch Spekulation auf fallende Kurse zeitweise sogar Profit daraus. Bereits im dritten Quartal war der Gewinn jedoch um 71 Prozent auf 810 Millionen Dollar eingebrochen. Für das gesamte Geschäftsjahr wies die Bank allerdings immer noch einen Gewinn von gut zwei Milliarden Dollar oder 4,47 Dollar je Aktie aus, wie das Institut mitteilte.

Zuletzt hatte Goldman Ende 1998 im Zuge der Asienkrise und des Zusammenbruchs von Long Term Capital Management einen Verlust verbucht.

Goldman Sachs verbuchte bei den Einnahmen netto ein Minus von 1,58 Milliarden Dollar, weil die Abschreibungen höher ausfielen als die Einnahmen im laufenden Geschäft. Vor einem Jahr beliefen sich die Einnahmen noch auf 10,7 Milliarden Dollar. Analysten zeigten sich dennoch erleichtert, dass das Minus nicht noch höher ausfiel. Sie hatten befürchtet, dass Goldman Sachs die Gelegenheit zum Reinemachen seiner Bilanz noch ausgiebiger nutzt, um dann ohne Ballast ins neue Jahr zu starten.

Die stockende Refinanzierung am Finanzmarkt im Sog der Lehman-Pleite zwang das 139 Jahre alte Geldhaus Mitte September zu einem radikalen Kurswechsel: Goldman gab den Status als reine Investmentbank auf und wandelte sich in eine Geschäftsbank, um so besseren Zugang zu liquiden Mitteln zu bekommen. Als Bankholding bekam Goldman Zugang zu Notenbankkrediten, musste sich im Gegenzug aber auch stärkeren Kontrollen unterwerfen und seine Verschuldung reduzieren.

Zur Aufstockung seines Kapitals erhielt Goldman bereits eine staatliche Geldspritze aus dem US-Bankenrettungspaket und holte sich zudem Investorlegende Warren Buffet mit ins Boot. Der Multimilliardär war Ende September mit seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway mit rund fünf Milliarden Dollar bei Goldman eingestiegen. Buffett begründete die Investitionen damit, dass die Bank weiterhin über das intellektuelle und finanzielle Kapital verfüge, um überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen.

Reuters/AP / AP / Reuters
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