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Porzellanhersteller: Rosenthal meldet Insolvenz an

Der fränkische Porzellanhersteller Rosenthal ist zahlungsunfähig. Das Traditionsunternehmen folgt damit dem irischen Mutterkonzern Waterford Wedgwood in die Pleite, der zu Beginn der Woche zusammengebrochen war.

Der traditionsreiche Porzellanhersteller Rosenthal hat Insolvenz angemeldet, wie Unternehmenssprecherin Sabine Schrenk bestätigte. Dies sei Konsequenz aus der Insolvenz des Mutterkonzerns Waterford Wedgwood. Zuständig sei das Amtsgericht Hof.

"Es gelang dem Vorstand der Rosenthal AG trotz permanenter Bemühungen nicht, eine Übereinkunft zur angemessenen Bereitstellung liquider Mittel für eine Übergangsphase bis zum Abschluss des Verkaufs an einen strategischen Investor zu erreichen", teilte Rosenthal am Freitag mit.

Ein Verkauf sei allerdings auch aus der Insolvenz heraus noch immer möglich. "In den vergangenen Monaten hat Rosenthal den Verkaufsprozess in intensiven Verhandlungen so weit fortgeführt, dass diese auch im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zeitnah zum Abschluss gebracht werden können", hieß es. Die Aktien des Selber Unternehmens wurden zunächst vom Handel ausgesetzt.

Insolvenz des Mutterkonzerns als Ursache

Am Montag hatte die irisch-britische Waterford Wedgwood Gruppe ihre Zahlungsunfähigkeit bekannt gegeben. Es sei nicht gelungen, den in finanzielle Schwierigkeiten steckenden Hersteller von Porzellan und Kristallglas zu restrukturieren oder einen Käufer zu finden, hieß es.

Sowohl die britischen Zweige der Gruppe als auch die irische Muttergesellschaft wurden unter Verwaltung der Beratungsfirma Deloitte gestellt. Diese kündigte an, die Geschäfte sollten weitergeführt werden, während nach einem Käufer gesucht werde.

Rosenthal hatte am Montag noch erklärt, man sei von der Insolvenz der Mutter ausgenommen. Es würden Gespräche mit einem potenten Investor über den Verkauf von Rosenthal weitergeführt, hieß es noch zu Wochenbeginn. Waterford Wedgwood hatte 1998 einen Großteil der Rosenthal-Aktien übernommen und hält mittlerweile 90,7 Prozent.

AP/Reuters / AP / Reuters
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