Energiekrise
Ölpreise weiter hoch - kaum Hoffnung auf schnellen Frieden

Ölpreise bleiben hoch (Archivbild). Foto: Rafiq Maqbool/AP/dpa
Ölpreise bleiben hoch (Archivbild). Foto
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Zum Ärger der Europäer lockern die USA Sanktionen auf russisches Öl - doch der Preis bleibt trotzdem sehr hoch. Und die Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende wird immer kleiner.

Trotz der gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl bleiben die Ölpreise auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Die Maßnahme der USA löste bei europäischen Partnern Kritik hervor - und sorgte am Ölmarkt für keine Entspannung. Im Gegenzug ließen Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende schwinden.

Am frühen Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vortag. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei rund 73 Dollar. Die Marke von 100 Dollar pro Barrel hatten die Ölpreise zuletzt im Sommer 2022 geknackt.

Berichte: USA schicken Verstärkung in die Region

Nach fast zwei Wochen massiver Luftangriffe der USA und Israels demonstrierte Irans Führung derweil ihre Fähigkeit zu Gegenschlägen und ist auch in der Lage, weiter die globale Ölversorgung zu stören. Wiederholt drohte Teheran, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Damit ist eine der wichtigsten Seerouten des internationalen Ölhandels blockiert.

US-Präsident Donald Trump teilte derweil am Freitagabend (Ortszeit) mit, US-Streitkräfte hätten die militärischen Anlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er vorerst verzichtet, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Zugleich warnte er den Iran: Sollte der Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er die Entscheidung "sofort überdenken". Mit seiner Drohung versucht Trump nun seinerseits, einen Hebel anzusetzen.

Wie mehrere Medien berichteten, schickt das Pentagon weitere Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen nach Nahost. Die bereits in der Region eingesetzten US-Streitkräfte erhielten dadurch Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge.

Verschnaufpause für Autofahrer schon wieder vorbei?

Die steigenden Ölpreise sind für Verbraucher weltweit spürbar. Obwohl vor allem Asien am Öl der Straße von Hormus hängt, stiegen die Spritpreise auch in Europa und den USA zuletzt erheblich.

Immerhin: In Deutschland sind die Spritpreise nach starken Sprüngen in der ersten Kriegswoche zuletzt nicht mehr so stark gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt ging es am Mittwoch und Donnerstag sogar etwas nach unten. Benzin und Diesel waren aber selbst am Donnerstag noch 23 beziehungsweise 38 Cent teurer als vor Kriegsbeginn, wie aus ADAC-Zahlen hervorgeht.

Tagesdurchschnittswerte für Freitag liegen noch nicht vor. Am Morgen und Vormittag deutete sich allerdings an, dass die Verschnaufpause für Autofahrer schon wieder vorbei sein könnte - und die Preise erneut steigen.

dpa