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Haunebu 2: Revell nimmt umstrittenes Nazi-Ufo-Modell aus dem Sortiment

Der Modellhersteller Revell liefert sein umstrittenes Produkt "Haunebu 2" nicht mehr aus. Der Bausatz war an die legendenumwobenen angeblichen Reichsflugscheiben der Nationalsozialisten angelehnt.

revell haunebu 2

Nicht mehr lieferbar: Der Bausatz "Haunebu 2" von Revell

Seit Jahrzehnten ranken sich Legenden um angebliche Ufo-Experimente der Nationalsozialisten - die oft als Rundflugzeuge oder Reichsflugscheiben betitelten Fluggeräte hat es aber nach aktuellem Kenntnisstand nie gegeben. Der Spiel- und Modellbau-Anbieter Revell hatte mit dem "Haunebu 2" lange einen entsprechenden Bausatz im Sortiment, will diesen aber nach Kritik künftig nicht mehr ausliefern. Das teilte eine Sprecherin des Unternehmens aus Bünde in Ostwestfalen am Montag mit. Der Kinderschutzbund und das Militärhistorische Museum in Dresden hatten Kritik an dem Produkt geäußert. Es wird in der Produktbeschreibung wie ein Kriegsgerät aus der Zeit des Nazi-Regimes präsentiert, ohne dass dies belegt ist. Damit würden dem NS-Regime Fähigkeiten zugeschrieben, die es nach wissenschaftlichem Stand nie gab. Im Produkttext heißt es "flugfähige Exemplare der bis zu 6000 Km/h schnellen Haunebu II starteten Mitte 1943, kamen aber kriegsbedingt nicht über die Erprobungsphase hinaus".

Revell distanziert von Veherrlichung von Krieg und Nationalsozialismus

"Grundsätzlich geben wir dem Militärhistorischen Museum recht, es handelt sich tatsächlich um ein legendenumwobenes, außergewöhnliches Fluggerät, dessen Existenz und Umsetzbarkeit nicht belegt ist", räumt das Unternehmen ein. "Unser Verpackungstext bringt dies aber leider nicht adäquat zum Ausdruck, wir entschuldigen uns hierfür", hieß es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Revell distanziere sich ausdrücklich von jeder Art der Verherrlichung von Kriegen und des Nationalsozialismus, betonte eine Unternehmenssprecherin.

Bei Ebay wurde am Dienstag ein Bausatz des Ufos für 45,50 Euro angeboten. Gut möglich, dass Sammler für ein Exemplar künftig mehr ausgeben müssen. 

rös / DPA
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