Schmiergeldaffäre Siemens zu korrupt für Nigeria


Nigeria will keine Geschäfte mehr mit Siemens machen, so lange die Ermittlungen in der Schmiergeldaffäre anhalten. Das afrikanische Land gilt laut Transparency International als eines der korruptesten Länder der Welt.

Nigeria hat einen Ausrüstungsvertrag mit Siemens im Umfang von rund 700.000 Euro annulliert und dies mit den andauernden Korruptionsermittlungen gegen das deutsche Unternehmen begründet. Solange die Ermittlungen zum Vorwurf der Schmiergeldzahlung andauerten, werde Nigeria keine Geschäfte mehr mit Siemens machen, sagte der für Telekommunikation zuständige Minister John Odey.

Nigeria belegt laut Transparency International den neunten Platz der korruptesten Länder der Welt.

Der gekündigte Vertrag bestand mit Siemens Nigeria Ltd., an der die Siemens AG mit 68 Prozent beteiligt ist. Nach nigerianischen Medienberichten soll Siemens umgerechnet zehn Millionen Euro an nigerianische Regierungsbeamte gezahlt haben, darunter auch an frühere Telekommunikationsminister. Ein Sprecher von Siemens in München sagte, das Unternehmen sei an der Aufklärung der Vorfälle interessiert und stehe in Kontakt mit den nigerianischen Behörden.

Die Vorfälle in Nigeria standen auch im Blick des Landgerichts München, das am 4. Oktober eine Geldbuße von 201 Millionen Euro gegen Siemens verhängte. Dabei ging es um das Verhalten eines ehemaligen Managers in der Com-Sparte des Konzerns und um die Bestechung von Beamten in Russland, Nigeria und Libyen in insgesamt 77 Fällen während der Zeit von 2001 bis 2004.

Nigeria wurde von der Transparency International auf dem neuntletzten Platz im Korruptions-Ranking gewählt. Mit rund zwei von zehn möglichen Punkten liegt das Land auf einem der letzten Plätze und gilt somit als eines der korruptesten Länder weltweit.

AP AP

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