Spitzenweine 2006 Toll, aber teuer


Liebhaber deutscher Spitzenweine müssen sich auf höhere Preise einstellen. Die sehr kleine Ernte hat die Erträge im Top-Segment um 40 Prozent einbrechen lassen - dafür ist die Qualität "extrem gut".

Das geringe Ausbeute bei der Weinernte hat in diesem Jahr zu bis zu 40 Prozent niedrigeren Erträgen geführt. Jetzt steht dem Markt nicht die notwendige Menge an erstklassigen Weinen zur Verfügung, so Steffen Christmann vom Präsidium des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) am Montag in Baden-Baden. Konsequenz für die Verbraucher: Die Preise für Spitzenweine dürften kräftig steigen. Wegen der Wetterkapriolen waren nur die besten Trauben gelesen worden - und diese meist von Hand. Dafür sei die Qualität des 2006er aber extrem gut, hieß es.

Riesling-Knappheit

Vor allem beim Riesling, mit dem die deutschen Winzer inzwischen wieder weltweit punkten, seien die Erträge extrem reduziert. In manchen Anbaugebieten, wie der Pfalz, in Baden sowie an Mosel-Saar-Ruwer, seien Durchschnittserträge von nur 35 bis 45 Hektoliter pro Hektar keine Seltenheit. Übliche Erträge sind um die 65 Hektoliter je Hektar. Christmann zufolge spürt man die Ausfälle sogar beim Fasswein. "Normal ist er für 70 bis 80 Cent pro Liter zu haben, in diesem Jahr kostet er bereits 1,50 Euro je Liter mit steigender Tendenz."

In den badischen Betrieben schrumpften wegen des Wetters die Erträge teils bis auf 20 Hektoliter. "Hier wird man Rieslinge mit der Lupe suchen müssen. Weißer Burgunder und Gutedel zeigten sich nur wenig robuster", berichtete der VDP. Auch die Rotweine seien "kompromisslos selektiert" worden. Württemberg wurde dagegen von schlechtem Wetter weitgehend verschont. "Fruchtbetonte, cremige Weißweine, farbkräftige, dichte Rotweine sind die Regel", lautet die VDP-Einschätzung.

"Lage nicht ausnutzen"

"Wir werden aber die Lage nicht ausnutzen und nicht versuchen, den gesamten Mengenverlust durch höhere Preise auszugleichen", erklärte VDP-Präsident Michael Prinz zu Salm-Salm. Die rund 200 Verbandsbetriebe ernten nur zwei Prozent des deutschen Weines, erzielen aber zehn Prozent des gesamten Weinumsatzes.

DPA DPA

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