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Studie Viele Arbeitnehmer verschmähen die Rente vom Chef

Rente vom Chef: Für die Mehrheit der Arbeitnehmer ist dies kein Thema. Eine Studie belegt, dass nicht einmal die Hälfte von ihnen einen Vertrag über betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen hat.

Rente vom Chef: Für die Mehrheit der Arbeitnehmer im Land ist dies offenkundig kein Thema. Lediglich 48 Prozent von ihnen haben bisher einen Vertrag zur betrieblichen Altersvorsorge abgeschlossen, wie eine Studie des Finanzdienstleisters Delta Lloyd in Zusammenarbeit mit dem F.A.Z.-Institut ergab. Diese Zahl mag erstaunen, dürfte es sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, dass die Versorgungslücke im Alter wachsen wird. Eine der Hauptursache für den geringen Zuspruch könnte in dem mangelnden Wissen über dieses Vorsorgeangebot liegen, wie die Studie zeigt. Nur zehn Prozent der Befragten - sowohl mit als auch ohne betriebliche Altersvorsorge - planen laut Studie in diesem Jahr den neuerlichen Abschluss eines Vertrages. Acht von zehn Befragten gaben an, 2004 auf keinen Fall über den eigenen Arbeitgeber zusätzlich vorsorgen zu wollen.

Oft fehlt es an Informationen des Arbeitgebers

Fast die Hälfte der befragten "Verweigerer" einer betrieblichen Altersvorsorge sind sich laut Delta Lloyd allerdings der Notwendigkeit bewusst, für das Alter zusätzlich vorsorgen zu müssen. Dass die Wahl dabei nicht auf die betriebliche Altersversorgung falle, liege bei 54 Prozent der Befragten ohne entsprechenden Vertrag daran, dass sie nicht über das Vorsorgeangebot ihres Arbeitgebers informiert seien. "Das gilt insbesondere für kleinere Unternehmen. Hier scheut der Arbeitgeber oft die Mühe, der Belegschaft eine betriebliche Altersversorgung offensiv anzubieten", heißt es in der Studie. Doch gerade dem Arbeitgeber falle als Bindeglied zwischen Arbeitnehmer und Produktanbieter eine Schlüsselrolle zu. Mehr als ein Viertel der Beschäftigten (27 Prozent) scheue sich davor, den Arbeitgeber aktiv anzusprechen.

Fast die Hälfte der Vorsorger spart zu wenig

Aber selbst wenn eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen wird, sorgt die Mehrzahl der Beschäftigten damit der Studie zufolge nur unzureichend für den Lebensabend vor: Fast die Hälfte der befragten Arbeitnehmer legt demnach monatlich weniger als 50 Euro dafür zurück. Bei diesem Anlagebetrag hätte ein heute dreißigjähriger Mann ab dem 65. Lebensjahr eine monatliche Rente inklusive nicht garantierter Überschüsse von nur rund 250 Euro zu erwarten - und das bei einer Versorgungslücke von 770 Euro. 26 Prozent der Arbeitnehmer zahlen monatliche Beiträge zwischen 51 und 100 Euro in die betriebliche Altersversorgung ein. Nur 14 Prozent der Arbeitnehmer legen den Angaben zufolge zwischen 101 und 200 Euro zurück. Jeder zwanzigste Befragte zahlt pro Monat Beträge von mehr als 200 Euro in die betriebliche Altersversorgung ein.

AP AP

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