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Defizitäre Supermärkte: Tengelmann verkauft Kaiser's an Edeka

Das Handelsunternehmen Tengelmann steigt aus dem Supermarktgeschäft aus und verkauft 451 Kaiser's-Filialen an den Konkurrenten und Marktführer Edeka. Zu der Kette gehören 16.000 Mitarbeiter.

Konzernchef Karl-Ervian Haub sieht keine Perspektive für die Kette Kaiser's

Konzernchef Karl-Ervian Haub sieht keine Perspektive für die Kette Kaiser's

Der Handelsriese Tengelmann trennt sich von seiner Supermarkttochter Kaiser's. Die defizitäre Kette mit 451 Filialen, knapp 16.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von rund 1,8 Milliarden Euro soll im kommenden Jahr an den Rivalen Edeka gehen, wie Tengelmann am Dienstag mitteilte. "Wir sehen leider keine Perspektive mehr, unsere Supermärkte aus eigener Kraft zu einem profitablen Unternehmen zu machen", begründete Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub die Entscheidung.

Mit einem Marktanteil von nur 0,6 Prozent sei Kaiser's zu klein, um im hart umkämpften deutschen Markt mit Rivalen wie Aldi, Lidl oder Rewe eine Chance zu haben. Die Transaktion, die zum 30. Juni 2015 über die Bühne gehen soll, steht aber noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung. Das Bundeskartellamt hatte Übernahmen auf dem Einzelhandelsmarkt in den vergangenen Jahren genau unter die Lupe genommen.


Edeka übernimmt auch Online-Portale

Außerdem übernimmt Edeka die Online-Tochter Tengelmann E-Stores, zu der die Internethändler Plus.de und Garten XXL.de gehören. Zum Kaufpreis machte das Unternehmen keine Angaben. Tengelmann ist mit seinen Supermärkten vor allem in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin vertreten.

Zu Tengelmann gehören unter anderem die Baumarktkette OBI und der Textilhändler KiK. Das Geschäftsjahr 2013 hatte die Tengelmann-Gruppe insgesamt mit einem Nettoumsatz von 7,82 Milliarden Euro abgeschlossen. Haub hatte zuletzt im Juli eingeräumt, Kaiser's stehe vor Einschnitten.

mka/Reuters/DPA / DPA / Reuters