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Umfrage unter Frauen: Karriere-Killer Kind

Kinder stoppen nach wie vor die berufliche Karriere vieler Frauen. Jede zweite Frau hat wegen der Doppelbelastung von Familie und Beruf mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgegeben oder geändert, wie aus einer am Donnerstag von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Emnid-Umfrage hervorgeht.

Kinder stoppen nach wie vor die berufliche Karriere vieler Frauen. Jede zweite Frau hat wegen der Doppelbelastung von Familie und Beruf mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgegeben oder geändert, wie aus einer am Donnerstag von der Bertelsmann-Stiftung veröffentlichten Emnid-Umfrage hervorgeht. 60 Prozent der befragten Frauen sehen eine Frauenquote als hilfreich für die Karriere von Frauen an.

Zwei Drittel der Bundesbürger sind der Umfrage zufolge überzeugt davon, dass es um die berufliche Chancengleichheit von Frau und Mann schlecht bestellt ist. Fast 90 Prozent von ihnen sehen Frauen an erster Stelle durch Familie und Beruf benachteiligt. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) glauben zudem, dass männliche Führungskräfte Frauen ausgrenzen.

Die Chancen von Frauen im Beruf werden in den verschiedenen Generationen allerdings sehr unterschiedlich beurteilt. Unter den 50- bis 60-Jährigen glauben drei Viertel nicht, dass in Deutschland Frauen und Männer die gleichen Chancen auf eine Karriere haben. Dagegen sind für fast die Hälfte der 16- bis 29-Jährigen die beruflichen Möglichkeiten gerecht verteilt.

Fast alle Befragten waren sich einig, dass zur Förderung der beruflichen Entwicklung von Frauen mehr Unterstützung der Gesellschaft notwendig ist. Nahezu 80 Prozent halten zudem die gezielte Förderung durch Vorgesetzte für geeignet, um Frauen voranzubringen. Rund 60 Prozent setzen auf eine bessere Ausbildung und Qualifizierung. Für eine Frauenquote in Unternehmen und Organisationen plädieren 60 Prozent der Frauen, aber immerhin auch 41 Prozent der Männer. Für die Umfrage wurden 1029 Frauen und Männer befragt.

Die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig forderte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) auf, mehr für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu tun. Ganz oben auf der Agenda müsse weiterhin der Ausbau der Kinderbetreuung stehen, erklärte Schwesig. Zudem werde eine gesetzlich geregelte Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände gebraucht.

Auch die stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion, Ingrid Fischbach (CDU), erklärte, Kinder und Familie dürften für Frauen kein Karrierehindernis darstellen. Der Ausbau der Kinderbetreuung spiele eine zentrale Rolle und müsse vorangetrieben werden, erklärte Fischbach.

AFP / AFP
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