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Verkehr: Sieben populäre Irrtümer

Was Sie nicht glauben sollten, wenn Sie sich im Stau über Lkws ärgern.

1. Staus auf freier Strecke entstehen meist durch "Elefantenrennen".
Falsch. Oftmals haben sie ihre Ursache in kilometerweit entfernten Engpässen, etwa vor Autobahnzufahrten. Von dort werden Stauwellen ausgesendet, die sich mit 15 km/h gegen die Fahrtrichtung fortbewegen.

2.

Minutenlange Überholmanöver von Lkws sind ärgerlich, aber rechtmäßig.

Falsch.

Gemäß einem Urteil des Bundesgerichtshofs muss die Differenzgeschwindigkeit bei Überholmanövern mindestens 20 km/h betragen - ein Wert, der im Alltag von Lkws nur selten erreicht wird.

3.

Lkws sind die Hauptbremser im Verkehr.

Falsch.

Ein wissenschaftlicher Versuch auf einer stark befahrenen Autobahn bei Amsterdam ergab eindeutig, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einer Fahrspur, die ausschließlich für Trucks reserviert ist, höher liegt als auf Lkw-freien Spuren.

4.

Immer häufiger werden Menschen durch Lkw-Unfälle verletzt oder getötet.

Teils falsch.

Die Zahl der Unfälle mit Personenschäden und Lkw-Beteiligung sinkt insgesamt. Allerdings nehmen sie regional - etwa in Brandenburg - sowie bei Kleinlastwagen und Sattelschleppern zu.

5.

Mit Spur-Hopping kommt man bei Stockungen am schnellsten voran.

Falsch.

Autofahrer glauben gern, dass die Wagen auf anderen Spuren doppelt so schnell vorankommen, haben kanadische Wissenschaftler herausgefunden. Eine Täuschung.

6.

Viele Lkw-Güter könnten auf die Bahn.

Falsch.

Zwei Drittel der Lkws rollen auf Kurz- und Mittelstrecken, für die es keine Bahnalternative gibt. Auf langen Strecken ab etwa 500 Kilometern würde sich der Schienentransport zwar rechnen, aber die Infrastruktur reicht auf Jahre nicht aus - selbst wenn die gesamte Maut in Gleise investiert würde. In den vergangenen zehn Jahren ist das Autobahnnetz in Deutschland um ein Drittel auf rund 12 000 Kilometer gewachsen, das Schienennetz dagegen um sechs Prozent geschrumpft.

7.

Ausländer, die keine Maut zahlen, bekommen Einreiseverbot.

Falsch.

Laut Gesetz kann ausländischen Mautprellern die Einreise nicht verweigert werden. Bis 2007 lassen sich nicht einmal Bußgelder EU-weit eintreiben - von Österreich abgesehen.

Rolf Herbert Peters / print
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