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Wirtschaftskrise: Dramatischer Export-Einbruch auch im Februar

Vom Exportschlager zum Ladenhüter: Die deutschen Exporte sind wegen der Wirtschaftskrise auch im Februar dramatisch eingebrochen. Die Ausfuhren sackten im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent ab. Es ist nach dem desaströsen Januar der größte Rückgang überhaupt.

Die deutschen Exporte sind im Februar im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise erneut um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 64,8 Milliarden Euro ins Ausland und damit 23,1 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das ist der zweitstärkste Rückgang seit Einführung der Statistik 1950. Erst im Januar hatte es mit 23,2 Prozent das bislang größte Minus gegeben.

Die Exporte gingen kalender- und saisonbereinigt um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat zurück. Das war bereits das fünfte Minus in Folge. Experten hatten hier einen Rückgang von 3,7 Prozent vorausgesagt. Im Januar war es um 7,4 Prozent nach unten gegangen - das Statistikamt korrigierte damit den ursprünglich ermittelten Wert von minus 4,4 Prozent deutlich nach unten.

Wegen der weltweiten Nachfrageflaute rechnet der Exportverband BGA für 2009 mit einem Umsatzrückgang von bis zu 15 Prozent. Es wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Die Einfuhren nahmen im Februar um 4,2 Prozent im Vergleich zum Januar ab. Insgesamt wurden Waren im Wert von 56,2 Milliarden Euro importiert. Das waren 16,4 Prozent weniger als im Februar 2008.

Der Leistungsbilanzüberschuss sank im Februar nach vorläufigen Berechnungen der Deutschen Bundesbank auf 5,6 Milliarden Euro ab. Im Februar des Vorjahres hatte die Leistungsbilanz noch einen Überschuss von 16,5 Milliarden Euro ausgewiesen.

Reuters/DPA / DPA / Reuters
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