Zinssatz-Senkung Zins-Coup lässt Börsianer frohlocken


Die internationalen Aktienmärkte haben mit starken Kursgewinnen auf die überraschende Senkung des US-Diskontsatzes reagiert. Die Entscheidung der US-Notenbank sorgt auch für Entspannung beim ins Schlingern geratenen Hypothekenmarkt.

Die US-Notenbank hat mit ihrer überraschenden Senkung eines Leitzinses am Freitag den Börsen weltweit zu einem Kurssprung verholfen. Zu den größten Gewinnern gehörten im Hypothekenmarkt aktive Finanzkonzerne, deren Kurse in den vergangenen Tagen am stärksten unter der Krise an den Finanzmärkten gelitten hatten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schoss in den ersten Handelsminuten um 2,34 Prozent auf 13.146 Punkte empor. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann ebenfalls 2,34 Prozent auf 1444 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq legte sogar rund drei Prozent auf 2524 Punkte zu. Auch der Deutsche Aktienindex (DAX) legte nach Bekanntgabe der Entscheidung deutlich zu. Nachdem er am Freitagmorgen unter die Marke von 7.100 Punkte gerutscht war, schnellte der DAX binnen weniger Minuten bis auf 7497,65 Punkte nach oben. Am Schluss lag er bei plus 1,49 Prozent und einem Zählerstand von 7378,29 Punkten. Im Wochenvergleich gewann der Leitindex etwa 0,47 Prozent..

Diskontsatz um halben Prozentpunkt gesenkt

Die Federal Reserve hatte vor der Öffnung der Märkte den für die Refinanzierung der Banken wichtigen Diskontsatz um einen halben Prozentpunkt auf 5,75 Prozent reduziert und damit aus Sorge um das Wirtschaftswachstum auf die Finanzkrise reagiert. Damit drehte sie erstmals seit den Turbulenzen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zwischen zwei regulären Sitzungen an der Zinsschraube. Den als Schlüsselsatz geltenden Zielsatz für Tagesgeld ließ die Fed indes unverändert.

Die Aktien der zuletzt wegen drastisch gestiegener Finanzierungskosten eingebrochen Hypothekenbank Countrywide machten zum Börsenauftakt einen Sprung von 20,8 Prozent. Dabei profitierten sie auch von einer Heraufstufung ihrer Kreditwürdigkeit. Die Papiere von Bear Stearns legten 6,6 Prozent zu. Zu den Gewinnern gehörte auch der Computerkonzern Hewlett Packard, der am Vorabend nach Börsenschluss einen Gewinnsprung bekanntgegeben hatte: HP-Papiere stiegen um zwei Prozent.

Fortsetzung der Talfahrt befürchtet

Allerdings erwarten Finanzwissenschaftler und Volkswirte in den nächsten Wochen eine Fortsetzung der Achterbahnfahrt an den Börsen, mahnen aber generell zur Besonnenheit: Sie sehen für Anleger trotz täglich neuer Schreckensmeldungen aus den USA keinen Grund zur Panik.

Reuters/DPA DPA Reuters

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