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Zu arm geschätzt: Saudischer Prinz klagt gegen "Forbes"-Ranking

Er gehört zu den reichsten Menschen der Welt, aber das "Forbes"-Magazin habe sich deutlich verschätzt. Der saudische Prinz Alwalid bin Talal vermutet dahinter absichtliche Geringschätzung.

Wenn das US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" alljährlich die wohlhabendsten Menschen der Welt auflistet, versuchen viele, ihr tatsächliches Vermögen klein zu halten. Nicht so der saudische Prinz Alwalid bin Talal. Laut der britischen Zeitung "The Guardian" klagt er vor einem Londoner Gericht gegen das Magazin wegen "Geringschätzung". Sein Vermögen sei in Wahrheit um fast zehn Milliarden US-Dollar größer als die von "Forbes" geschätzten 20 Milliarden Dollar (rund 15 Milliarden Euro).

Der saudische Prinz, bisher auf Platz 26 in der Liste der reichsten Menschen der Welt, hält die Unterbewertung von "Forbes" laut der Zeitung für Absicht. Sie entspringe einer grundsätzlichen Parteilichkeit gegen saudi-arabische Geschäftsleute. Der "Guardian" hatte nach eigenen Angaben Einsicht in Gerichtsdokumente. Würde sein Vermögen tatsächlich der von ihm angegeben Höhe entsprechen, könnte bin Talal zu den zehn reichsten Menschen der Welt gehören und sich auf Augenhöhe mit der 90-jährigen Französin Liliane Bettencourt bewegen. Das Vermögen der Anteilseignerin des Kosmetikkonzerns L'Oréal wird auf etwa 30 Milliarden US-Dollar von "Forbes" geschätzt.

Bin Talal gehören 95 Prozent der Investmentfirma Kingdom Holding Company, über die er als bisher einziger Privatmensch ein A380-Großflugzeug bei Airbus bestellte. Zum Vermögen des Prinzen gehören unter anderem große Aktienpakete bei Firmen wie Twitter, Apple und dem Murdoch-Konzern News Corporation. Auch das Londoner Nobelhotel Savoy und die Mövenpick Hotels gehören zu dem Portfolio des Unternehmens.

"Forbes" will einer Stellungnahme zufolge bei seiner Darstellung bleiben und zeigte sich "überrascht", dass der Prinz den juristischen Weg in London einschlagen will.

ono/DPA / DPA
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