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Lebensversicherung: So machen Sie mehr aus Ihrem Geld

Wer bei seinen Geschäften rund um die Lebensversicherung ein paar Kniffe beachtet und bestimmte Fehler vermeidet, kann ohne großen Aufwand höhere Renditen erzielen und Verluste vermeiden.

"Beitragsfrei Stellen"

So nennt man in der Fachsprache den sofortigen Abbruch der Einzahlungen in eine Lebensversicherung. Es ist das Mittel der Wahl, wenn man seine Beiträge (vorübergehend) nicht mehr zahlen kann oder will. Da die Beitragsfreistellung keine Kündigung oder Stornierung des Vertrages bedeutet, wird das bisher eingezahlte Geld weiter verzinst. Die Police kommt damit zum verabredeten Zeitpunkt zur Auszahlung, aber natürlich mit einer geringeren Endsumme als ursprünglich kalkuliert.

Prämie jährlich zahlen

Wer seinen Beitrag nicht monatlich, sondern jährlich an die Versicherung bezahlt, bekommt am Ende mehr Geld heraus. Die jährliche Zahlweise bringt 0,1 bis 0,3 Prozent mehr Rendite als die monatliche und eine rund 1500 Euro höhere garantierte Versicherungssumme. Ein Grund für diese Differenz ist die komplizierte Provisionsabrechnung bei der Assekuranz. Versicherungsvertreter werden Ihnen deshalb lauter Argumente nennen, warum monatliche Raten "überschaubarer", "sicherer" und, und, und sind. Lassen Sie sich nicht darauf ein! Clevere Verbraucher sparen die Jahresprämie monatlich auf einem gut verzinsten Konto an. So kommt man zum Prämienzahltag nie in Schwierigkeiten und profitiert doppelt: von den Zinsen des Sparkontos und von der höheren Policenrendite.

Police verkaufen

Wer partout seine Versicherung verkaufen muss, weil das bisher eingezahlte Kapital (plus der bisherigen Gutschriften) sofort benötigt wird, sollte die Police nicht an den Versicherer verkaufen, sondern an professionelle Aufkäufer. Sie versprechen einen bis zu 15 Prozent höheren Rückkaufpreis als die Versicherung. Vergleichen Sie daher das Rückkaufangebot Ihrer Versicherung mit ein, zwei Offerten von Aufkäuferfirmen wie CashLife AG in München, PolicenDirekt, an der die WestLB beteiligt ist, oder der Frankfurter Wertpapierhandelsbank CFI Fairpay.

Fonds-Policen

Bei dieser Variante der Lebensversicherung wird der Sparanteil in Investmentfonds angelegt. Jahrelang wurden die Fonds-Policen als Steuersparmodell genutzt, denn die Gewinne waren steuerfrei. Die neue Steuer auf Erträge aus Lebensversicherungen, die seit Januar gilt, macht Fonds-Policen nun nahezu für jedermann unattraktiv. Zumal der Verbraucher weiterhin das Finanzmarktrisiko trägt. Fallen die Fonds im Wert, fällt auch der Policenwert - im schlimmsten Fall auf null! Denn anders als bei Nicht-Fonds-Varianten gibt es bei Fonds-Policen in der Rege keinen Verlustschutz oder garantierten Mindestzins. Fonds-Policen entsprechen daher nicht dem Kerngedanken einer Versicherung, sondern sind in aller Regel ein eher undurchsichtiges Kombi-Produkt aus Fonds-Sparen und Todesfallabsicherung.

Immobilien-Finanzierung

Für Käufer oder Bauherren von selbst genutztem Wohneigentum eignet sich die Lebensversicherung kaum als Finanzierungsmöglichkeit. Für Erwerber von Mietwohnraum kann eine solche Finanzierung hingegen attraktiv sein. Ein Problem bleibt aber generell bestehen: Fallen die Renditen der Versicherung niedriger aus als Jahre zuvor kalkuliert, können sogar erhebliche Lücken beim Abbezahlen der Immobilie entstehen. Wer trotzdem mit einer Lebensversicherung (teil-)finanzieren will, sollte deshalb maximal mit der garantierten Versicherungssumme der Police rechnen, nicht aber mit möglichen Überschüssen.

Schwache Versicherer abstossen

Das rechnet sich fast nie! Selbst die Kunden der Mannheimer Versicherung, die vor zwei Jahren nur durch eine Branchenauffanggesellschaft vor der Pleite gerettet werden konnte, fahren besser, wenn sie ihre Police schlicht beitragsfrei stellen. Denn dann werden die bisherigen Beiträge weiter verzinst, wenn auch niedriger als bei besser dastehenden Versicherungen. Achtung: Ein Neuabschluss rechnet sich - je nach Eintrittsalter und Gesundheitstestergebnis - nicht immer.

Frank Donovitz / print
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