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Ratgeber Sexualität

Das ewige Mysterium der Liebe

Pheromone

Möglicherweise ist es der Duft, der zwei Menschen zueinander zieht. Nicht umsonst heißt es, wir könnten jemanden gut riechen - oder eben nicht. Führt Sie also Ihre Nase - unbewusst - zu Ihrer großen Liebe? Mancher Werbespruch der Parfumindustrie geht eindeutig zweideutig in diese Richtung: Parfums mit Sexuallockstoffen, sogenannten Pheromonen, üben angeblich "magische Anziehungskräfte auf das weibliche Geschlecht aus". Frauen sollen "erotisch, anziehend und sexy" auf Männer wirken.

Beim Seidenspinner funktioniert das so: Die Schmetterlingsweibchen produzieren eine Substanz, die sie in die Umgebung abgegeben. So locken sie aus der Ferne willige Partner an, die mit bestimmten Sinneszellen ihrer Antennen den "verführerischen" Botenstoff wahrnehmen. Schon mit winzigen Mengen dieser Pheromone kommunizieren Lebewesen derselben Art auf chemischem Wege sexuelle Bereitschaft: Ein Tier sondert den Stoff nach außen ab. Ein anderes reagiert darauf. Pheromone riechen nicht und wirken unbewusst.

Die besondere Nase für Sex

Diese Lockstoffe gibt es bei vielen Lebewesen - auch bei Säugetieren. Ob sie bei Menschen vorkommen, weiß bislang keiner so genau, und wie wir die Pheromone, falls vorhanden, überhaupt wahrnehmen, ist ebenfalls unklar. Viele Wirbeltiere, zum Beispiel die Maus, haben dafür einen speziellen "Riecher": das Vomeronasal-Organ.

Es sitzt über dem Gaumen im unteren Bereich der Nasenscheidewand und hat Sinneszellen, die anders sind als die Nervenzellen der Riechschleimhaut in der Nase. Pheromon-Reize, die das Vomeronasal-Organ wahrnimmt, landen direkt im Gehirn, und zwar in Bereichen, die vor allem fürs Gefühl zuständig sind.

Bei erwachsenen Menschen ist dieses Organ allerdings verkümmert: Es hat keine Verbindung zum Gehirn. Das heißt aber nicht, dass es keine Pheromone geben kann. Inzwischen haben Forscher nämlich in unserer normalen Riechschleimhaut Rezeptoren, also Andockstellen für Duftmoleküle, entdeckt, die so ähnlich sind wie die im Vomeronasal-Organ der Maus. Doch wie die Kommunikation über den Botenstoff bei uns genau funktionieren könnte, ist bislang nicht geklärt.

 
 
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